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Internationaler Weltwassertag

Wie der Klimawandel unsere Ernährung beeinflusst

Ein zuverlässiger Zugang zu sauberem Wasser ist die Grundlage für ein gutes Leben und eine gesunde Ernährung – und damit auch für die Landwirtschaft. Doch durch den Klimawandel gerät die wertvolle Ressource immer stärker unter Druck, denn unser Wasserbedarf steigt durch den Klimawandel und das Bevölkerungswachstum stetig weiter an.

Wasser – zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Etwa 70 % des weltweiten Süßwassers fließen in die Landwirtschaft und dort vor allem in die Bewässerung, denn ohne ausreichend Wasser ist der Anbau von Nahrungsmitteln in der heutigen Form oft kaum mehr möglich. Doch nicht nur eine ausreichende Wassermenge ist für die Landwirtschaft entscheidend, sondern auch die Regelmäßigkeit. Zu wenig Regen führt zu Dürren, zu viel Wasser auf einmal verursacht Überschwemmungen und Bodenerosion. Denn wenn Regen nach langer Trockenheit plötzlich stark einsetzt, kann der Boden das Wasser oft nicht aufnehmen, wodurch es ungenutzt abfließt. Diese längeren Trockenperioden, unplanbaren Regenfälle, Extremwetterereignisse und steigenden Temperaturen machen es schwieriger, Pflanzen anzubauen und Tiere zu versorgen. Die Folgen: geringere Ernteerträge von schlechterer Qualität, steigende Lebensmittelpreise, Fehl- oder Mangelernährung und daraus resultierende Krankheiten.

Im Landkreis Sömmerda werden seit 2022 spezielle Versickerungsgräben getestet, die ungenutztes Regenwasser auffangen und gleichmäßig verteilen. In Kombination mit Gehölzstreifen und kleinen Wasserbecken verbessert sich die Wasserspeicherung im Boden und die Erosion wird verringert.

Wie können wir Wasser nachhaltiger nutzen?

Viele Bewässerungssysteme sorgen für eine Überwässerung. Doch schon heute können innovative Bewässerungsmethoden wie die Tröpfchenbewässerung oder die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser dabei helfen, Wasser effizienter einzusetzen – auch wenn dadurch weniger Wasser ins Grundwasser sickern oder in Flüsse fließen kann, was dann an anderen Stellen im Ökosystem fehlt. Doch auch kleine Maßnahmen helfen bereits dabei, Wasser zu sparen: Mulchmaterial hält die Feuchtigkeit im Boden und Rinnen um Bäume leiten Regenwasser gezielt zu den Wurzeln.

In Zukunft werden vermehrt widerstandsfähige Pflanzen angebaut werden müssen, die Trockenheit und Hitze besser überstehen. In besonders trockenen Gebieten wird die sogenannte Defizitbewässerung häufig eingesetzt werden müssen. Dabei erhalten die Pflanzen weniger Wasser als optimal, was zwar geringere Erträge bringt, aber zumindest totale Ernteausfälle verhindert. Dieses Vorgehen gibt es schon heute in einigen Regionen, denn im Gegensatz zu Europa spüren andere Kontinente die Auswirkungen des Klimawandels bereits deutlich stärker. Besonders arme Länder mit einer hohen Bevölkerungsdichte leiden darunter, während betroffene reiche Länder in heißen Regionen wie der arabischen Halbinsel Lebensmittel importieren und Meerwasser entsalzen können, was sehr teuer, aufwändig und umweltschädlich ist.

Zahlen & Fakten zum internationalen Weltwassertag

In den letzten 100 Jahren hat sich der weltweite Wasserverbrauch versechsfacht. Jedes Jahr nimmt er weiterhin um 1 % zu.
Die verfügbaren Süßwasserressourcen sind in den letzten 20 Jahren um 20 % zurückgegangen.
Die Hälfte der Weltbevölkerung erlebt jedes Jahr mindestens einen Monat mit starker Wasserknappheit.
Jede dritte Person hat schon heute keinen Zugang zu sauberem Wasser.
2050 wird vermutlich 40 % der Weltbevölkerung in wasserarmen Regionen leben.
Durch den Klimawandel und das Bevölkerungswachstum wird unser Wasserbedarf in den nächsten Jahrzehnten um bis zu 30 % steigen.

Klimarobust Gärtnern

Nachhaltigkeit liegt uns nicht nur in der Küche am Herzen. Deshalb widmen wir uns am Tag der Samen dem klimafreundlichen Gärtnern, denn der Klimawandel zeigt sich auch dort: Heiße, trockene Sommer und milde, stürmische Winter haben direkte Auswirkungen auf die Pflanzen und den Boden. Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, um den eigenen Garten an den Klimawandel anzupassen und so von den längeren Vegetationsperioden auch profitieren zu können.

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Klimawandel und Ernährung – ein Teufelskreis

Alles, was auf unserem Teller landet, hat zuvor Wasser benötigt, selbst wenn es nicht offensichtlich erkennbar ist. Natürlich brauchen Pflanzen Wasser zum Wachsen, doch auch Fleisch verbraucht jede Menge Wasser, da das Tier ja schließlich pflanzliche Nahrung zu sich nimmt. Während für 1 kg Weizen rund 1.000 Liter Wasser nötig sind, braucht es für 1 kg Rindfleisch etwa 10.000 Liter. Besonders problematisch ist die intensive Viehzucht daher in wasserarmen Gebieten. Darüber hinaus verursacht die industrielle Tierhaltung auch hohe Treibhausgasemissionen und belastet Böden und Gewässer. Unser heutiges Ernährungssystem leidet also nicht nur unter den Folgen des Klimawandels, sondern trägt auch selbst dazu bei.

Ein Blick in die Zukunft

Schon jetzt gibt es Konflikte in wasserarmen Gebieten – auch in Deutschland. Es braucht einen gerechten Zugang zum Wasser, der durch Wassernutzungsverbände oder die Vergabe von Wasserrechten geregelt werden muss, denn technische Lösungen werden allein nicht ausreichen, um den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Ein bewussterer Umgang mit unserer wichtigsten Ressource Wasser, nachhaltige Anbaumethoden und eine ausgewogene Ernährung sind entscheidend, um auch in Zukunft genug Lebensmittel für alle produzieren zu können.

Ein Speiseplan für die ganze Welt

Wie können wir uns in 30 Jahren ernähren, ohne den Planeten an seine Grenzen zu bringen? Eine internationale Kommission möchte die Ernährung weltweit dahingehend ändern, dass alle satt werden und gleichzeitig die Erde nicht über ihre Grenzen ausgebeutet wird. Die Lösung dafür soll die von der Kommission entwickelte Planetary Health Diet sein.

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