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Steinobst mit Geschichte

Das hat jetzt Saison: Pflaume

Von Ende Juli bis Ende September leuchtet es überall am Wegesrand und im Garten in verschiedensten Farben: Die Pflaumen, Mirabellen, Zwetschgen und Kirschpflaumen sind reif. Doch worin unterscheiden sich die verschiedensten Sorten und wie erkennst Du, wann sie reif sind? Das erfährst Du in diesem Beitrag.

Noch vor 100 Jahren war jeder zweite Obstbaum in Deutschland ein Pflaumenbaum. Kein Wunder, dass Pflaumen hierzulande bis heute so beliebt sind! Zu verdanken haben wir die vielen Pflaumenbäume Karl dem Großen, der sie systematisch in Mitteleuropa anbauen ließ. Kennengelernt hat er die Pflaumenbäume vermutlich in Südeuropa. Dort wuchsen sie schon vor 2500 Jahren. Ursprünglich muss die Pflaume aber noch wesentlich älter sein, da sie eigentlich aus China oder dem Kaukasus kommt – ganz genau weiß das niemand.

Der Anbau von Pflaumen hat eine lange Tradition in Thüringen. Auch wenn die Anbaufläche zurückgeht und Pflaumen mittlerweile nur noch auf 8 % der gesamten Obstfläche in Thüringen wachsen, bleibt der Ertrag trotzdem gleich. 70 % der in Deutschland angebauten Pflaumen wachsen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Pro Jahr essen wir 1,2 kg Pflaumen – eine Hälfte frisch, die andere verarbeitet (zum Beispiel als Kuchen oder Mus).

Sicher ist zumindest, dass Pflaumen durch eine Kreuzung von Kirschpflaumen und Schlehen entstanden sind und sich durch weitere Kreuzungen eine riesige Sortenvielfalt mit etwa 2000 Sorten entwickelt hat. Je nach Sorte können Pflaumen so verschiedenste Größen, Formen und Farben annehmen und eignen sich je nachdem auch für verschiedenste Zwecke: zum Backen, für Marmelade oder Mus, als Kompott oder Chutney, in Saucen und Getränken oder einfach frisch. Was aber alle Sorten vereint, ist der Stein im Fruchtfleisch – schließlich sind alle Pflaumen Steinobst und gehören zur Familie der Rosengewächse. Außerdem enthalten sie jede Menge Vitamine und haben einen hohen Fruchtzuckergehalt. In einigen Sorten kommt besonders viel Apfelsäure, Sorbit und Pektin vor, was die Verdauung fördert, in großer Menge aber Bauchschmerzen verursachen kann.

 

Pflaumen erkennst Du an ihrer runden Form und der starken Furche. Sie sind sehr groß und können eine gelbe, orangene, rote oder violette Schale haben. Ihr Stein löst sich nur schwer vom Fruchtfleisch.

 

Zwetschgen sind eine Unterart der Pflaume. Sie sind oval geformt und laufen spitz zu. Ihre Schale ist dunkelviolett bis blau gefärbt. Das gelbgrüne Fruchtfleisch löst sich leicht vom Stein. Zwetschgen sind relativ fest, nicht so saftig und eignen sich dadurch hervorragend zum Backen. Außerdem beinhalten sie nicht so viel Säure und sind besser bekömmlich.

 

Mirabellen sind nicht zu verwechseln mit Marillen – „Marille“ ist die österreichische Bezeichnung für eine Aprikose –, sondern eine Kreuzung aus der Pflaume und der Kirschpflaume. Sie sind sehr süß und enthalten kaum Säure. Ihre Schale und ihr Fruchtfleisch sind tiefgelb. Verwerte sie am besten so schnell wie möglich und lagere sie nicht länger als zwei Tage. Der Stein lässt sich relativ gut entfernen.

 

Kirschpflaumen sehen Mirabellen sehr ähnlich, sie können aber auch orange oder rot gefärbt sein. Außerdem löst sich der Stein nicht vom Fruchtfleisch und der Geschmack kann sehr unterschiedlich sein. Die Kirschpflaume gilt als ursprüngliche Wildform aller Pflaumensorten.

 

Renekloden sehen Pflaumen ähnlich, haben aber eine grüngelbe Färbung. Sie gelten als Edel-Pflaumen und schmecken besonders aromatisch und süß. Genieße sie am besten so frisch wie möglich.

So erkennst Du reife Pflaumen

Pflückst Du Pflaumen direkt vom Baum, lassen sie sich im vollreifen Zustand leicht vom Baum lösen. Vollreife Früchte geben bei leichtem Fingerdruck etwas nach, sind aber trotzdem prall. Außerdem sind sie gleichmäßig gefärbt. Ein weiteres Merkmal, das auch bei Supermarkt-Pflaumen ein guter Hinweis auf Vollreife sein kann, ist die hauchdünne, weißliche Wachsschicht, die Pflaumen von Natur aus umgibt. Da dieser Duftfilm bei längerer Lagerung nach und nach verschwindet, weist er verlässlich auf frische Früchte und eine hohe Qualität hin. Außerdem schützt er Pflaumen vor dem Austrocknen. Deshalb sollten Pflaumen auch erst direkt vor dem Verzehr gewaschen werden.

Im Kühlschrank gelagert bleiben Pflaumen etwa eine Woche lang frisch. Bei Raumtemperatur können sie auch noch nachreifen. Dennoch solltest Du sie ausgereift ernten oder kaufen, damit die Pflaumen ihre Aromen voll entfalten können. Außerdem lassen sich Pflaumen hervorragend einfrieren, entkerne sie aber besser davor.

Süßsaure Pflaumenknödel mit buttrigen Semmelbröseln

Diese Knödel sind ein richtiges Wohlfühlessen an kühleren, verregneten Sommertagen: Pflaumenknödel sind eigentlich ein Klassiker der österreichischen, tschechischen und ungarischen Küche, doch die Kombination aus saisonalen und regionalen Pflaumen sowie Kloßteig von Heichelheimer lässt uns insgeheim denken, dass das Rezept wie gemacht für Thüringen ist 💚

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