Noch vor 100 Jahren war jeder zweite Obstbaum in Deutschland ein Pflaumenbaum. Kein Wunder, dass Pflaumen hierzulande bis heute so beliebt sind! Zu verdanken haben wir die vielen Pflaumenbäume Karl dem Großen, der sie systematisch in Mitteleuropa anbauen ließ. Kennengelernt hat er die Pflaumenbäume vermutlich in Südeuropa. Dort wuchsen sie schon vor 2500 Jahren. Ursprünglich muss die Pflaume aber noch wesentlich älter sein, da sie eigentlich aus China oder dem Kaukasus kommt – ganz genau weiß das niemand.
Der Anbau von Pflaumen hat eine lange Tradition in Thüringen. Auch wenn die Anbaufläche zurückgeht und Pflaumen mittlerweile nur noch auf 8 % der gesamten Obstfläche in Thüringen wachsen, bleibt der Ertrag trotzdem gleich. 70 % der in Deutschland angebauten Pflaumen wachsen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Pro Jahr essen wir 1,2 kg Pflaumen – eine Hälfte frisch, die andere verarbeitet (zum Beispiel als Kuchen oder Mus).
Sicher ist zumindest, dass Pflaumen durch eine Kreuzung von Kirschpflaumen und Schlehen entstanden sind und sich durch weitere Kreuzungen eine riesige Sortenvielfalt mit etwa 2000 Sorten entwickelt hat. Je nach Sorte können Pflaumen so verschiedenste Größen, Formen und Farben annehmen und eignen sich je nachdem auch für verschiedenste Zwecke: zum Backen, für Marmelade oder Mus, als Kompott oder Chutney, in Saucen und Getränken oder einfach frisch. Was aber alle Sorten vereint, ist der Stein im Fruchtfleisch – schließlich sind alle Pflaumen Steinobst und gehören zur Familie der Rosengewächse. Außerdem enthalten sie jede Menge Vitamine und haben einen hohen Fruchtzuckergehalt. In einigen Sorten kommt besonders viel Apfelsäure, Sorbit und Pektin vor, was die Verdauung fördert, in großer Menge aber Bauchschmerzen verursachen kann.
So erkennst Du reife Pflaumen
Pflückst Du Pflaumen direkt vom Baum, lassen sie sich im vollreifen Zustand leicht vom Baum lösen. Vollreife Früchte geben bei leichtem Fingerdruck etwas nach, sind aber trotzdem prall. Außerdem sind sie gleichmäßig gefärbt. Ein weiteres Merkmal, das auch bei Supermarkt-Pflaumen ein guter Hinweis auf Vollreife sein kann, ist die hauchdünne, weißliche Wachsschicht, die Pflaumen von Natur aus umgibt. Da dieser Duftfilm bei längerer Lagerung nach und nach verschwindet, weist er verlässlich auf frische Früchte und eine hohe Qualität hin. Außerdem schützt er Pflaumen vor dem Austrocknen. Deshalb sollten Pflaumen auch erst direkt vor dem Verzehr gewaschen werden.

