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Nachhaltiger Fleischersatz

Sind Pilze das Fleisch unserer Zukunft?

Pilze schmecken deftig-herzhaft und je nach Sorte sogar wie Hühner- oder Rindfleisch. Ihre Textur sorgt für zarten Biss und verstärkt ihren intensiven umami-Geschmack, denn Pilze saugen Flüssigkeiten, Gewürze und Aromen wie ein Schwamm auf. Kurz: Pilze haben es in sich und könnten schon bald eine der besten Alternativen für Fleisch sein!

Pilze sind relativ proteinreich, aber fett- und kalorienarm. Sie enthalten wichtige Mineralstoffe und viele Ballaststoffe, obwohl sie zu zwei Dritteln aus Wasser bestehen. Und sie haben eine besondere Eigenschaft, die sie zum perfekten Fleischersatz macht: Sie schmecken umami.

Pilze haben eine von Natur aus hohe Konzentration an Glutaminsäure. Diese verleiht Pilzen ihren deftig-würzigen, fleischigen oder sogar leicht rauchigen Geschmack. Verstärken lässt sich der umami-Geschmack grundsätzlich durch Trocknen, Fermentieren, Reifen, Rösten oder langes Schmoren, was auch bei Pilzen hervorragend funktioniert, um ihnen einen fleischigen Charakter zu verleihen. Unsere Empfehlung: Brate die Pilze zuerst scharf an, reduziere dann die Hitze und gib erst danach Öl dazu. Salzen und würzen solltest du die Pilze erst nach dem Anbraten – es sei denn, Du möchtest Pilze als Hackfleisch-Ersatz verwenden, dann entzieht das Salz Wasser und sorgt für die richtige Textur. Ansonsten gilt: Würze, mariniere oder paniere die Pilze so, wie Du auch das Fleisch zubereiten würdest.

Welcher Pilz eignet sich für welches Gericht?

  • Bissfeste, fleischige Kräuter- und Austernseitlinge sowie Portobellos (besonders große Zucht-Champignons) sind ein guter Ersatz für Schnitzel und Burger-Patties. Seitlinge werden nicht grundlos auch „Kalbfleischpilze“ genannt 😉
  • Zarte Champignons kannst Du zu Frikadellen oder Gulasch verarbeiten.
  • Feste, deftige Shiitake mit ihrem leicht rauchigen Aroma eignen sich für Pfannen- und Wokgerichte oder Suppen – darin quellen sie auf und entfalten ihren intensiven umami-Geschmack.
  • Der Igel-Stachelbart, auch Löwenmähne genannt, schmeckt je nach Zubereitung wie Krabbenfleisch oder Hühnchen, ist bei uns aber bisher leider kaum erhältlich.
Pilze Sammeln in Thüringer Wäldern

Pilze haben jetzt Saison

Einen Korb, ein Messer, etwas Vorwissen oder ein Bestimmungsbuch: Mehr brauchst Du für die Suche nach Pilzen nicht. Von August bis November schießen sie nahezu aus dem Boden, bis die Saison mit den ersten Bodenfrösten endet. Wir verraten Dir, was Du darüber hinaus über das Sammeln von Pilzen in Thüringen wissen musst.

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Was wir als Pilz kennen und essen, ist eigentlich nur der Fruchtkörper – sozusagen die sichtbare Spitze des Eisbergs. Der eigentliche Pilz wächst unter der Erde: das Myzel. Diese wurzelähnliche Struktur besteht aus einem Netzwerk fadenförmiger Fasern, die sich durch den Boden ziehen und oft mehrere Quadratmeter groß werden können. Das Myzel nimmt Nährstoffe auf und versorgt den Fruchtkörper, den wir ernten.

Dieses Myzel rückt nun allmählich mehr und mehr in den Fokus. Start-ups haben entdeckt, dass man daraus direkt Lebensmittel entwickeln kann – sozusagen Pilzmyzel-Fleisch aus dem Labor. Die fadenförmigen Fasern werden für Lebensmittel zu einer festen Struktur verwebt und sorgen so für die fleischige Konsistenz und saftige Textur – perfekt für vegane Chicken Nuggets oder andere Fleischalternativen –, während der Geschmack fast identisch mit dem des Fruchtkörpers ist. Das Myzel wird dafür unter kontrollierter Luft- und Wärmezufuhr emissionsarm und ressourcenschonend kultiviert. Es braucht kaum Wasser und keinen Dünger, wächst sehr schnell in geschlossenen Räumen oder vertikalen Systemen, ist innerhalb weniger Tage erntebereit und wächst auf Nährstoffen, die sonst auf dem Abfall landen würden – zum Beispiel Kartoffelschalen, Sägemehl, Tee-Abfälle, Getreide-Reste oder Kaffeesatz. Pilze sind also nicht nur heute schon ein hervorragender Fleischersatz in der Küche – sie könnten in Zukunft auch eine wichtige Rolle für die Kreislaufwirtschaft und eine nachhaltige Ernährung spielen.

Vegetarisches Pilz-Geschnetzeltes

Geschnetzeltes passt immer und kommt nie aus der Mode. Was das Gericht so beliebt macht? Es geht schnell, ist unkompliziert und bringt trotzdem ordentlich Geschmack auf den Teller – auch ohne Fleisch! Unser vegetarisches Geschnetzeltes aus Pilzen ist daher perfekt, falls Du im Veganuary Deine Ernährung etwas umstellen oder vorübergehend weniger Fleisch essen möchtest.

zum Rezept

Was ist eigentlich umami ?

Umami ist neben süß, salzig, sauer und bitter die fünfte Geschmacksrichtung auf unserer Zunge. Der Begriff kommt aus dem Japanischen und bedeutet „wohlschmeckend“ oder „würzig“. Umami wirkt dabei wie ein Geschmacksverstärker, sorgt für lang anhaltenden Geschmack und rundet andere Aromen ab – beispielsweise vermindert es bitteren Geschmack und rundet süßen Geschmack ab.
Für Umami-Aromen sind vor allem die Salze der Glutaminsäure verantwortlich, die vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln stecken. Deshalb schmecken vor allem Fisch und Fleisch umami – aber eben auch Pilze und sogar Gemüse. Besonders viel Glutaminsäure steckt in Shiitake, Parmesan, Sojasauce, Miso und Kimchi, aber zum Beispiel auch in reifen Tomaten und sogar in Muttermilch. Den umami-Geschmack kennen wir also schon seit unserem ersten Lebenstag.
Umami wird erst seit dem Jahr 2000 offiziell als Geschmacksrichtung anerkannt, nachdem Forscher die entsprechenden Geschmacksrezeptoren auf der Zunge identifizierten. Dabei wurde umami schon 1908 vom japanischen Chemiker Kikunae Ikeda in Algen entdeckt. Er begann daraufhin, Mononatriumglutamat (MSG) industriell herzustellen. MSG wird bis heute für Flüssigwürzen, Gewürzmischungen und Fertiggerichte verwendet. Sein damals gegründetes Unternehmen verkauft mittlerweile jedes Jahr 1,5 Millionen Tonnen MSG. In den 1970er Jahren kam MSG bzw. Glutamat allerdings in Verruf und wurde mit Unverträglichkeitsreaktionen wie Kopfschmerzen in Verbindung gebracht. Neue Untersuchungen sehen aber keinen direkten Zusammenhang, auch wenn einige Menschen empfindlich auf Glutamat reagieren können.

Algen: die Pflanzen der Zukunft

Ohne sie gäbe es kein Leben auf unserem Planeten: Algen wachsen seit mindestens 3 Milliarden Jahren auf der Erde und werden vollkommen unterschätzt. Sie sind einer der wichtigsten Sauerstofflieferanten des Planeten, da jedes zweite Sauerstoffmolekül in der Luft aus der Photosynthese von Algen stammt – und sie sind das Nahrungsmittel der Zukunft, da sie nicht nur voller wertvoller Inhaltsstoffe stecken, sondern auch bis zu 30 Mal schneller wachsen als Pflanzen an Land.

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