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Thüringen schmeckt nur dank ihnen

Das macht ein Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk

„Was würden Sie empfehlen?“ Diese Frage stellen Kunden täglich in Bäckereien, Fleischereien und Konditoreien. Wer dort hinter der Theke steht und die Frage gut beantworten kann, ist meistens Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk. Das klingt nach einem einfachen Job, ist es aber nicht: Gute Produktkenntnis, echtes Interesse an Menschen und ein sicheres Händchen beim Umgang mit Lebensmitteln gehören genauso dazu wie die Fähigkeit, auch am stressigen Samstagvormittag freundlich zu bleiben.

Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk arbeiten je nach Fachrichtung in Bäckereien, Fleischereien oder Konditoreien – aber auch in großen Supermärkten und sogar in der Gastronomie. Wer direkt mit Menschen in Kontakt sein möchte, ist in diesem Beruf richtig: Die Theke ist der Mittelpunkt des Arbeitsalltags eines Fachverkäufers im Lebensmittelhandwerk. Hier werden Waren angerichtet, Kunden beraten und Lebensmittel verkauft.

Bäckerei, Konditorei – oder doch Fleischerei?

Schon vor dem Beginn der Ausbildung zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk muss die Entscheidung für eine Fachrichtung fallen, denn jede Fachrichtung bringt andere Aufgaben und Arbeitszeiten mit sich. In der Bäckerei läuft schon früh am Morgen alles auf Hochtouren: Brötchen belegen, Brote aufschneiden, Teigrohlinge aufbacken. In der Fleischerei geht es eher um Aufschnitt, Feinkostsalate und Snacks – und um die Frage, welches Stück sich eher für Gulasch oder für den Sonntagsbraten eignet. In der Konditorei ist man manchmal sogar Verkäufer und Gastgeber zugleich: Nach dem Aufschneiden der Kuchen und Torten sowie dem Zusammenstellen von Konfektmischungen werden auch Gäste im Café bedient.

Ganz egal, für welche Fachrichtung man sich entscheidet: Hygiene ist das A und O. Kühlketten einhalten, Geräte und Arbeitsflächen regelmäßig reinigen, immer saubere Arbeitskleidung tragen – das gehört zum Alltag des Berufs. Auch Schichtdienst ist ganz normal, Samstagsdienst sowieso. Und vor Feiertagen, wenn alle noch schnell eine Weihnachtsgans oder Silvesterplatte brauchen, kann es richtig stressig werden.

Beraten ist die eigentliche Arbeit

Was den Beruf ausmacht, merkt man spätestens beim Einkaufen selbst: Ein guter Fachverkäufer weiß, welches Brot besonders viel Vollkornmehl enthält, welche Torte für einen Kindergeburtstag mit vierzehn Gästen reicht und welches Fleisch beim langen Schmoren zart wird. Dafür braucht es viel Wissen über die Herkunft, Inhaltsstoffe, Haltbarkeit und Zubereitung der Produkte sowie die Fähigkeit, das Wissen im Beratungsgespräch freundlich und auf Augenhöhe weiterzugeben.

Bis 1985 hieß der Beruf noch Gewerbehilfe – ein Name, der kaum erahnen lässt, wie vielfältig die Tätigkeit tatsächlich ist. Heute gibt es drei klar getrennte Fachrichtungen mit eigenen Ausbildungsinhalten.

So wirst Du Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk

Die Ausbildung zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk dauert drei Jahre und läuft dual ab – also parallel im Betrieb und in der Berufsschule. Empfohlen wird für die Ausbildung mindestens ein Hauptschulabschluss, theoretisch ist der Beruf aber auch ohne Abschluss erlernbar. Mit Abitur oder einer guten mittleren Reife lässt sich die Ausbildungszeit gegebenenfalls verkürzen.

In der Berufsschule lernst Du während der Ausbildung die theoretischen Grundlagen: Lebensmittelkunde, Hygienevorschriften, Preiskalkulation und Beratungsgespräche. Im Betrieb lernst Du vor allem die praktische Seite des Berufs kennen: wie Waren präsentiert, gelagert und vorbereitet werden – und natürlich den Umgang mit Kunden. In Thüringen bilden sowohl kleine, inhabergeführte Bäckereien, Konditoreien und Fleischereien als auch große Handelsketten aus.

Für den Beruf als Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk solltest Du gerne mit Menschen zu tun haben, freundlich und verständlich kommunizieren und Interesse an Lebensmitteln mitbringen. Sorgfalt und Hygienebewusstsein sind im Alltag mindestens genauso wichtig wie Teamfähigkeit, denn in diesem Beruf arbeitest Du nie allein.

Im ersten Jahr der Ausbildung verdienst Du im Durchschnitt etwa 900 € brutto im Monat. Im zweiten Jahr sind es etwa 970 €, im dritten Jahr 1.100 €. Nach der Ausbildung hängt das Gehalt von dem jeweiligen Betrieb, der Region und dem Tarifvertrag ab. Außerdem hast Du mehrere Möglichkeiten, um dich weiterzubilden – zum Beispiel zum Verkaufsleiter im Lebensmittelhandwerk oder zum Betriebswirt. In größeren Betrieben hast Du mit der Zeit die Chance, Schicht- oder stellvertretender Filialleiter zu werden.

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