Work in Jena
  • regional
  • köstlich
  • nachhaltig
  • vertraut
  • festlich
  • Handwerk
  • Karriere
Thüringen schmeckt nur dank ihnen

Das macht ein Konditor

Eine Hochzeitstorte braucht Zeit. Viel Zeit. Die Glasur oder der Fondant muss perfekt sitzen und die Dekoration filigran geformt sein – von den verschiedenen Böden und Füllungen, die davor gebacken und zubereitet werden müssen, ganz abgesehen. Jedes Ornament wird von dem Konditor hauchdünn mit dem Spritzbeutel aufgetragen. Wer gerne mit den Händen arbeitet, kreativ ist und ein Auge für Details hat, findet hier vermutlich seinen Traumjob.

Von Lebküchlern und Zuckerbäckern

Konditoren stellen Fein- und Süßgebäck her. Dazu zählen zum Beispiel Torten, Kuchen, Pralinés, Petits Fours, Gebäck – und ja, auch Eis! Das Konditorenhandwerk entstand im späten Mittelalter aus der Spezialisierung bestimmter Bäcker, die sich vermehrt auf süßes Gebäck konzentrierten, indem sie Brot mit kandierten Früchten, Honig und Gewürzen anreicherten. Daraufhin nannten sich diese Bäcker Lebküchler bzw. Lebküchner. Aus dem Wachs, das beim Honig für die Lebkuchen als Nebenprodukt anfiel, stellten sie gleichzeitig kunstvolle Kerzen und Wachsfiguren her. Für prachtvolle Wachsbilder schnitzten sie sogar selbst hölzerne Modelle. Diese sogenannte Wachszieherei wurde bis in die jüngste Vergangenheit von einigen Konditoreien betrieben.

Honig, Zimt & Mandeln

Ob Herzen, Sterne, Brezeln, Printen, Dominosteine, als Häuschen oder mit Oblate: Lebkuchen ist die Vielfalt in Gebäckform. Dass Lebkuchen auch gern Pfefferkuchen genannt werden, macht das Zurechtfinden im Lebkuchen-Gewimmel nicht gerade einfacher. Wir erklären Dir die verschiedenen Lebkuchensorten und verraten Dir, ob in Pfefferkuchen wirklich Pfeffer steckt.

mehr erfahren

Aus den Lebküchlern entwickelten sich zunächst der Beruf des Zuckerbäckers. Dieser arbeitete zunächst oft auch Apotheker bzw. Arzneimittelhersteller, denn nur sie durften mit exotischen Kostbarkeiten wie Zucker und Gewürzen handeln. Diese kamen damals über Genua und Venedig aus dem Orient und übten eine riesige Anziehungskraft aus, waren aber sehr kostbar und daher den Reichen vorbehalten. Sogar Marzipan aus Venedig wurde in der frühen Neuzeit in Apotheken verkauft.

Mit der zunehmenden Verfügbarkeit und Beliebtheit der Schokolade im 19. Jahrhundert entstand der Beruf des Chocolatiers als Spezialisierung des Konditors. Schokolade nimmt seitdem einen immer wichtigeren Platz in der Konditorei ein.

Der Begriff Konditor stammt vom lateinischen condire ab, das für Tätigkeiten wie einlegen, einmachen, würzen oder einfach lecker zubereiten steht. Arzneimittelhersteller nannte man früher confectionari, abgeleitet von dem Wort Konfekt. So wurde damals eine eingedickte Saft-Honig-Mischung genannt, die in der Regel Medikamente beinhaltete.

Der Arbeitsalltag eines Konditors

Konditoren wiegen und messen Zutaten ab, vermengen sie und bereiten Teige und Massen zu. Sie backen, garnieren und dekorieren – oft nach eigenen Rezepturen oder individuellen Kundenbestellungen. Außerdem müssen sie die Zutaten kontrollieren und richtig lagern, auf gleichbleibende Qualität achten, die fertigen Erzeugnisse verpacken und lagern. Geräte und Maschinen werden regelmäßig gereinigt. In vielen Konditoreien gehört auch die Kundenberatung zum Alltag dazu.

Arbeiten kannst Du als Konditor in Konditoreien, Confiserien, Cafés, in Hotels und Restaurants mit Pâtisserie-Bereich, in der Backwaren- und Süßwarenindustrie oder bei Catering-Unternehmen.

Die Industrie kann in kürzerer Zeit Produkte herstellen, allerdings müssen Arbeitsvorgänge und Rohstoffe an Maschinen angepasst werden – was nicht immer möglich ist. Gerade bei filigranen Dekorationen und individuellen Anfertigungen bleibt Handarbeit unersetzlich.

So wirst Du Konditor

Die Ausbildung zum Konditor dauert drei Jahre und läuft dual ab – Du arbeitest also im Betrieb und lernst parallel in der Berufsschule. Theoretisch ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, empfohlen wird aber mindestens ein guter Hauptschulabschluss. Mit Abitur lässt sich die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzen.

Im ersten Jahr der Ausbildung stehen die Grundlagen auf dem Programm: Rohstoffverarbeitung und die Herstellung einfacher Backwaren. Im zweiten Jahr vertiefst Du Deine Kenntnisse. Jetzt geht es an Torten, Pralinen und Feingebäck. Im dritten Jahr kannst Du Dich spezialisieren, außerdem planst und führst Du nun selbständig komplexe Aufträge durch.

Im Betrieb lernst Du vor allem die praktische Seite des Berufs kennen, also wie Du Backwaren und Süßigkeiten tatsächlich herstellst. In der Berufsschule kommen die theoretischen Inhalte dazu: Rezepturen, Verarbeitungstechniken, der richtige Umgang mit Maschinen und Geräten, Lebensmittellagerung, Hygienevorschriften und Qualitätssicherung. In der Berufsschule kann es aber auch spezielle Kurse zu Themen wie Eisherstellung und Pâtisserie geben, die nicht jeder Ausbildungsbetrieb vermitteln kann.

Dolce Vita aus dem Tiefkühlfach

Auch ohne Tiefkühltruhe genießt die Menschheit bereits seit Jahrtausenden Eis: Von China über das antike Italien und den arabischen Raum bis in die USA begeistert Eis seit jeher nicht nur Gelehrte, Kaiser und Präsidenten.

weiterlesen

Falls Du Konditor werden möchtest, sind Geschicklichkeit, Kreativität und Sinn für Ästhetik besonders wichtig. Der Arbeitstag kann körperlich anstrengend sein, da Du oft lange stehen können musst. Auch früh aufstehen darf kein Problem für Dich sein (wenn auch nicht ganz so früh wie Bäcker) sowie Arbeitszeiten am Wochenende und an Feiertagen – auch wenn Dich das erst nach der Ausbildung erwartet. Für den Kundenkontakt brauchst Du kommunikative Fähigkeiten.

Während der Ausbildung verdienst Du bei einem Betrieb mit Tarifvertrag etwa 1.070 € brutto im ersten Ausbildungsjahr, 1.140 € brutto im zweiten und 1.280 € brutto im dritten Jahr. In Betrieben ohne Tarifvertrag bekommst Du mindestens den Azubi-Mindestlohn – der liegt etwa 300 € unter dem Tariflohn. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung beträgt rund 2.700 € brutto im Monat, später auch mehr – je nach Betrieb, Region, Berufserfahrung und Tarifbindung.

Viele Konditoren arbeiten nach der Ausbildung in gewöhnlichen Konditoreien, Cafés oder ähnlichen Betrieben. Mit viel Talent, Können, Kreativität und Arbeit kann es aber hohe Aufstiegsmöglichkeiten geben – zum Beispiel in der Pâtisserie von Luxushotels. Außerdem kannst Du Dich zum Techniker oder zum Konditormeister weiterbilden. Der Meister ist die Voraussetzung für einen eigenen Konditoreibetrieb und die Ausbildung von Lehrlingen.

Berufe in der Ernährungswirtschaft

Das macht ein Bäcker
Das macht ein Süßwarentechnologe
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
  • teilen 
  • merken 
zurück
Thüringen schmeckt
  • Thüringer Ernährungsnetzwerk
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz
  • 🔎