Aus der Wüste in die Welt
Ursprünglich kommt die Wassermelone aus Westafrika. Die Früchte wurden dort gezielt für Trockenphasen angebaut und gelagert: Das Fruchtfleisch beinhaltet viel Wasser, die Samen sorgten für Nährstoffe. Mit der heutigen Wassermelone hat die ursprüngliche Wildform allerdings wenig gemein. Sie war bitter und die kleinen Früchte mit gelblich-weißem Fruchtfleisch ließen sich kaum öffnen.
Melonensamen werden noch heute in Indien gemahlen und zu Brot verarbeitet. In China gibt es sogar Sorten mit besonders großen Samen, aus denen Öl für die Kosmetikindustrie gewonnen wird.
Von Afrika aus verbreitete sich die Wassermelone über Indien und China nach Spanien und in den Rest Europas – und von dort aus schließlich auch nach Amerika. Bereits im 17. Jahrhundert war die Melone in europäischen Gärten weit verbreitet und beliebt. Heute wachsen die meisten Melonen innerhalb der EU in Spanien, Italien und Griechenland. Weltweit stehen China, Indien und Türkei an der Spitze der Anbauländer.
Wie unterscheiden sich Wassermelonen und Zuckermelonen?
Wasser- und Zuckermelonen gehören zwar zur gleichen Pflanzenfamilie, aber zu unterschiedlichen Gattungen. Die Zuckermelone ist sogar enger mit der Gurke verwandt als mit der Wassermelone. Das kann man leicht am Querschnitt erkennen: Bei der Zuckermelone sitzen die Kerne wie bei einer Gurke in einer Kammer in der Mitte, während sie in der Wassermelone über das gesamte Fruchtfleisch verteilt sind.
Wassermelonen wiegen meist zwischen 4 und 25 kg – es gibt aber auch Sorten, die sogar bis zu 100 kg erreichen können. Gleichzeitig gibt es aber auch sogenannte Kühlschrank-Sorten, die nur etwa 1 kg wiegen und damit perfekt für kleine Haushalte geeignet sind.
Weltweit gibt es rund 750 verschiedene Melonensorten, die meisten davon zählen zu den Zuckermelonen. Diese lassen sich vor allem in Cantaloupe-, Netz- und Winter-Melonen unterteilen.
- Cantaloupe-Melonen haben eine gerippte, raue, grünliche Schale mit einem feinen, weißbraunen Netz. Je mehr Unterteilungen auf der Schale zu erkennen sind, desto reifer ist sie – mindestens neun sollten es sein. Das orangefarbene Fruchtfleisch duftet gut und schmeckt sehr fein. Die Cantaloupe-Melone ist nicht lange haltbar, schmeckt aber hervorragend zu geräuchertem Schinken.
- Netz-Melonen, zu denen zum Beispiel die Galia-Melone zählt, haben eine gelbe Oberfläche mit einem weißgrünen, feinmaschigen Netz. Sie duftet intensiv und ist relativ lange haltbar. Ihr grünlich-weißes Fruchtfleisch schmeckt süß.
- Winter-Melonen wie die Honig-Melone sind oval-länglich geformt. Unter der glatten gelben Schale verbirgt sich grünes oder weißes Fruchtfleisch, das süß und frisch schmeckt. Die Melone reift erst spät und reift auch nicht nach, ist dafür aber lange haltbar.
So findest Du die perfekte Wassermelone
Wassermelonen können zuhause noch etwas nachreifen. Eine auf dem Feld vollständig ausgereifte Melone hat aber ein intensiveres Aroma – es lohnt sich also, beim Kauf genauer hinzuschauen.
- Die Auflagestelle – also der Fleck, an dem die Melone beim Wachsen auf dem Boden lag – sollte gelb gefärbt sein. Ist er weißlich, ist sie noch nicht reif; ist er bereits tief dunkelgelb und größer als 10 cm, könnte die Melone bereits überreif sein.
- Gleichmäßig runde Früchte deuten auf eine gleichmäßige Reifung und einen höheren Zuckergehalt hin.
- Lasse Dich nicht von einer schönen, glänzenden Schale verführen, denn vielmehr spricht eine stumpfe, matte Schale für Reife und Aroma.
- Bei zwei gleich großen Melonen ist die schwerere die richtige Wahl: Sie ist deutlich saftiger.
- Braune Netzflecken oder -narben auf der Schale sind keine Schönheitsfehler: Sie entstehen, wenn die Blüte besonders intensiv von Bienen bestäubt wurde. Damit deuten sie auf eine besonders süße Melone hin.
- Ein brauner, eingetrockneter Stiel zeigt an, dass die Melone reif geerntet wurde. Er könnte aber auch durch eine lange Lagerung eingetrocknet sein, ist also kein vollkommen verlässlicher Hinweis auf eine reife Melone.
- Der Klopftest ist ein Klassiker: Ein tiefer, dumpfer bis hohler Klang soll auf eine reife Wassermelone hinweisen. In der Praxis ist das aber ziemlich schwer zu beurteilen. Prüfe die Melone also lieber auf unsere anderen Tipps.



