Die Bloody Mary ist so etwas wie der Allrounder unter den Drinks: Du trinkst sie morgens zum Brunch, mittags an der Bar oder abends auf einer Party. Sie gilt als klassisches Katergetränk (auch wenn mehr Alkohol gegen den Kater eigentlich nicht hilft), schmeckt würzig-scharf und lässt sich beliebig variieren. Du kannst statt Wodka fast jede andere Spirituose verwenden, der Drink funktioniert mit vielem. Und für die alkoholfreie Version Virgin Mary lässt du den Wodka einfach weg. Zumindest wirken sich Salz und Gewürze positiv auf den Elektrolythaushalt aus.
Bloody Mary ist auch einer dieser Cocktails, bei denen keiner so genau weiß, wer ihn erfunden hat – dafür gibt es umso mehr Geschichten dazu.
Eine davon führt ins Jahr 1927: Der Hollywood-Schauspieler George Jessel soll nach einer durchzechten Nacht in einer Bar eine Flasche Wodka mit Tomatensaft gemischt haben, um den Kater aller Anwesenden zu lindern. Seine Freundin Mary bekleckerte ihr weißes Kleid mit dem Drink und rief: „Jetzt kannst du mich Bloody Mary nennen!“
Eine andere Geschichte spielt ein paar Jahre früher in Paris: Der Barkeeper Fernand Petiot soll den Drink bereits 1921 in der berühmten Harry’s New York Bar zubereitet haben, damals wie auch schon George Jessel noch zu gleichen Teilen aus Wodka und Tomatensaft. Tomatensaft war gerade als Konserve auf den europäischen Markt gekommen und ziemlich beliebt – genauso wie die Bar. Sie war in den 1920er Jahren ein beliebter Treffpunkt für im Ausland lebende Amerikaner wie Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald. Petiot selbst sagte später, Jessel habe die schlichte Mischung aus Wodka und Tomatensaft erfunden, er selbst habe dann in den 1930er Jahren in New York die klassische Würzung entwickelt – mit Worcestershiresauce, Tabascosauce, Salz und Pfeffer.
Nach dem Ende der Prohibition ging Petiot nach New York ins St. Regis Hotel. Dort mixte er weiterhin seine Cocktails, darunter auch den Bloody Mary. Dort hieß er allerdings Red Snapper, weil dem Hotelbesitzer der Name zu anzüglich war. Außerdem wurde der Wodka durch Gin ersetzt, da Wodka zu der Zeit schwer zu beschaffen war. Ab den 1950er Jahren kehrte man zum Wodka und zum alten Namen zurück, während der Cocktail mit Gin-Basis bis heute weiterhin als Red Snapper bekannt ist. Berühmt machte die Bloody Mary übrigens schließlich Werbung von Smirnoff.
Woher stammt der Name Bloody Mary?
Vielleicht kommt er von der englischen Königin Maria I. Tudor, die wegen ihrer blutigen Protestantenverfolgung den Beinamen Boody Mary bekam. Oder von einer Kellnerin namens Mary aus der berüchtigten Chicagoer Kneipe Bucket of Blood? Angeblich schlug ein Kunde Petiot den Namen in Erinnerung an sie vor. Oder ließ sich Petiot doch von einer Frau namens Mary inspirieren, die in Harry’s New York Bar angeblich oft auf ihren Freund, der sich oft nicht an seine Verabredungen hielt, wartete und Petiot deshalb an Maria Stuart, die im Exil in ihrem Kerker schmachtete, erinnerte?
Für unsere Thüringer Variante nehmen wir Meerrettich statt Worcestershiresauce und Lake von Salz-Dillgurken statt Tabasco. Das gibt dem Cocktail eine eigene Schärfe und einen würzigen Kick, der gut zur Tomatenbasis passt und gleichzeitig auf regionale Zutaten setzt.



- Zubereitung: 5 Min
- Für 1 Personen
- 5 cl Catamount Vodka von Aromatique
- 10 cl Tomatensaft
- 1 cl frisch gepresster Zitronensaft
- ½ TL Tafel-Meerrettich von BORN
- 1 TL Lake der Salz-Dillgurken von Schweizer Naturkost
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Pfeffer
- Eiswürfel
- ggf. gefrorene Cocktailtomaten
- 1 Stange Staudensellerie
Zubereitung
Gib alle Zutaten zusammen mit Eiswürfeln in einen Shaker und verrühre sie gut. Seihe die Mischung in ein Glas mit Eiswürfeln oder gefrorenen Cocktailtomaten ab. Serviere den Cocktail mit einer Stange Staudensellerie zum Umrühren und Knabbern.


