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Unterschätztes Multitalent

Das hat jetzt Saison: Sellerie

Sellerie kennst Du wahrscheinlich als Bestandteil des Suppengrüns – aber das Gemüse kann so viel mehr. Ob knackig-frisch im Salat, cremig püriert als Beilage oder aromatisch in der Suppe: Sellerie ist ein echtes Multitalent, das viel zu oft unterschätzt wird. Zwischen Juli und November hat er bei uns Saison, ist aber das ganze Jahr über erhältlich.

Schon der botanische Name Apium graveolens verrät, was Sellerie ausmacht – graveolens bedeutet stark riechend. Und tatsächlich: Das Gemüse ist vollständig von ätherischen Ölen durchzogen, in denen sich die für das Selleriearoma typischen Phthalide befinden. Dieser Pflanzenstoff kommt unter anderem in Sellerie und Liebstöckel vor und kann antibakteriell, entwässernd sowie verdauungsfördernd wirken. Außerdem ist Sellerie reich an Vitamin K und eng mit Petersilie und Möhre verwandt.

Das hat jetzt Saison: Wurzelgemüse

Schon in der Steinzeit gruben unsere Vorfahren Wurzeln aus der Erde. Wurzelgemüse war lange Zeit ein Sinnbild für Hunger und während der Weltkriege oft das Einzige, was es gab. Nach den Kriegen wurde es fast vergessen, doch langsam wird es wieder beliebter. Wurzelgemüse ist oft nämlich nahrhafter und gesünder als anderes Gemüse und neben Kohl das wichtigste Wintergemüse.

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Sellerie gilt als einer der Hauptauslöser von Nahrungsmittelallergien in Mitteleuropa, besonders betroffen sind Menschen mit Kreuzallergien. Wegen seiner natürlichen Würze ist Sellerie in vielen Fertigprodukten enthalten – und muss dort immer gekennzeichnet werden, damit Allergiker informiert sind.

Von der Heilpflanze zum Suppengrün

Der Name Sellerie kommt von der sizilianischen Stadt Selinunt, in deren sumpfiger Umgebung früher viel wilder Sellerie wuchs. Diese wilde Form wächst noch heute auf salzhaltigen, feuchten bis sumpfigen Böden vor allem an der Mittelmeerküste – in Deutschland ist sie allerdings fast ausgestorben. Im Alten Ägypten und im Antiken Griechenland war Wildsellerie vor allem als Heilpflanze geschätzt, auch im Mittelalter nutzte man ihn vorwiegend als Arzneipflanze. Die Sieger antiker Wettkämpfe schmückten sich übrigens nicht nur mit Lorbeerkränzen, sondern auch mit Kränzen aus Sellerieblättern!

Als Gemüse kam Sellerie erst später auf den Tisch: Die Sellerie-Sorten, wie wir sie heute kennen, entstanden ab dem 17. Jahrhundert. Heute gibt es Sellerie in drei verschiedenen Formen: als knackigen Staudensellerie, aromatischen Knollensellerie oder frischen Schnittsellerie. Jede Sorte bringt ihren eigenen Einsatzbereich und ein unterschiedlich starkes Aroma mit sich.

Knollensellerie | Schönheit kommt von innen

Die Knolle entwickelt sich halb unterirdisch und kann bis zu einem Kilo schwer werden. Zugegeben, besonders hübsch sieht sie nicht aus – aber der Geschmack macht das mehr als wett. Knollensellerie sorgt für ein kräftiges, unverwechselbares Aroma und schmeckt geröstet, gedünstet oder püriert. Ob in Suppen, als Beilage, im Salat oder sogar als Schnitzel: Die Knolle macht fast alles mit.

Beim Kauf solltest Du darauf achten, dass die Schale fest und fleckenfrei ist. Klingt die Knolle beim Draufklopfen hohl, ist sie schon zu alt und schmeckt nicht mehr gut.

Für die Zubereitung trennst Du Strunk und Blattansatz ab, schälst die Knolle ringsherum und entfernst braune Stellen mit dem Messer. Dann in Scheiben oder Würfel schneiden und am besten gleich mit etwas Zitronensaft beträufeln – sonst wird das Fleisch der Knolle bei Kontakt mit Sauerstoff schnell braun.

Ungewaschen, kühl und dunkel gelagert hält sich Knollensellerie mehrere Wochen. Du kannst ihn auch roh einfrieren, dann hält er sogar mehrere Monate.

Einfach und schnell aus dem Glas gibt es Selleriesalat übrigens in Bio-Qualität von Thüringer Landgarten.

Der berühmte Waldorf-Salat wurde vom Oberkellner des New Yorker Waldorf-Astoria-Hotels erfunden und bestand ursprünglich aus Äpfeln, Sellerie und Mayonnaise. Klassisch wird er mit Knollensellerie zubereitet, Du kannst aber auch zu Staudensellerie greifen – je nachdem, ob Du es lieber würzig-kräftig oder knackig-mild magst.
Einfach und schnell aus dem Glas gibt es Selleriesalat übrigens in Bio-Qualität von Thüringer Landgarten.

unser Rezept

Staudensellerie | der Rohkost-Klassiker

Staudensellerie besteht aus langen, fleischigen Blattstielen und einer kleinen Wurzelknolle. Sein Geschmack ist deutlich dezenter als der von Knollensellerie, was ihn zum perfekten Rohkost-Klassiker macht. Die Blattstiele enthalten viel Carotin – ein fettlöslicher Pflanzenstoff, der vom Körper besser aufgenommen wird, wenn Du ihn mit etwas Fett kombinierst. Also gib ruhig ein bisschen Olivenöl über den Salat oder mixe etwas Nussmus mit in den Smoothie.

Eine besondere Veredelung ist der sogenannte Bleichsellerie: Durch Aufhäufeln von Erde und Überstülpen mit Blechrohren wird die Pflanze während des Wachstums vor Licht geschützt. Das sorgt für die blasse Farbe und einen noch zarteren, milderen Geschmack.

Frischer Stangensellerie ist knackig – die Stangen sollten sich nicht leicht biegen lassen oder gar matschig sein. Je grüner der Sellerie, desto intensiver schmeckt er.

Für die Zubereitung trennst Du einfach den Strunk ab, löst die einzelnen Stangen, entfernst gegebenenfalls die Fasern und schneidest sie in feine Scheiben, Würfel oder Stifte. Oder Du isst sie einfach so als Snack!

In ein feuchtes Tuch gewickelt hält sich Staudensellerie im Kühlschrank eine Woche lang frisch. Blanchiert und eingefroren hält er bis zu einem Jahr.

Der Cocktail Bloody Mary wird traditionell mit einer Selleriestange serviert – ein Klassiker, der die knackige Frische von Staudensellerie perfekt in Szene setzt.

unser Rezept

Schnittsellerie | nah an der Wildform

Schnittsellerie steht der ursprünglichen Wildform am nächsten. Seine Blätter erinnern stark an Petersilie und werden auch genau wie diese verwendet. Das Besondere: Die Blätter enthalten besonders viele ätherische Öle und behalten diese auch beim Trocknen – getrocknet hält Schnittsellerie bis zu zwei Jahre lang sein Aroma.

Die Essenz deutscher Suppenkultur

Eine gute Suppe schmeckt etwas süß, ein klein wenig scharf und auf jeden Fall sehr würzig. Dafür sorgen Möhren, Lauch, Knollensellerie und Petersilie. Diese vier Komponenten ergeben zusammen eine perfekte Grundwürze und gelten als unverzichtbare Geschmacksträger für aromatische Suppen und Eintöpfe, aber auch als Beilage für andere Gerichte.

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Unsere Rezepte mit Sellerie

Bloody Mary
Thüringer Schnippelsuppe
Klassische Gemüsebrühe
Suppengrün-Auflauf mit Brotkruste
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