Schweinefleisch wird schon seit Jahrhunderten zu Wurst verarbeitet, doch erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts schmiert man es sich in Deutschland auch roh auf’s Brot. Vermutlich hat jemand in Nord- oder Mitteldeutschland damit angefangen und schnell wurde der deftige Aufstrich immer beliebter – besonders zur Karnevalszeit als kräftige Grundlage fürs Frühstück oder herzhafte Alternative zu süßen Pfannkuchen.
Für Mett bzw. Gehacktes wird vor allem die Schweineschulter verwendet – ihr hoher Fett- und Bindegewebeanteil und die grobfaserige Struktur sorgen dafür, dass das Fleisch schön saftig bleibt. Der Fettanteil darf dabei maximal 35 % betragen. Bei uns wird das Fleisch klassischerweise gewolft, wodurch es etwas gröber wird als das rheinländische Mett aus dem Kutter. Wichtig dabei: Das Fleisch wird halbgefroren verarbeitet, damit die Struktur besser erhalten bleibt.
Thüringer Mett ist eine ganz spezifische Variante des Gehackten: Schweinehackfleisch vermischt mit Salz, Gewürzen wie Kümmel und Majoran sowie Zwiebeln – natürlich ohne jegliche Konservierungsstoffe. Noch edler ist Schinkenmett, das aus dem Schinken des Schweins hergestellt wird und von besonders hoher Qualität ist.
Frische ist alles
Bei rohem Fleisch gilt eine eiserne Regel: Frisch muss es sein. Verpacktes Hackfleisch solltest Du bei der angegebenen Lagertemperatur bis zum Verbrauchsdatum essen. Unverpacktes Gehacktes dagegen darf nur am Herstellungstag verkauft werden und solltest auch noch am gleichen Tag gegessen werden, denn durch die große Oberfläche ist Gehacktes ein perfekter Nährboden für Keime wie Salmonellen, Listerien und Campylobacter-Bakterien. Deshalb sollten kleine Kinder, Schwangere, Senioren und Menschen mit geschwächter Immunabwehr lieber auf rohes Gehacktes verzichten. Und auch der Retro-Mettigel für Partys ist eigentlich gar keine gute Idee, denn er steht viel zu lange bei Zimmertemperatur herum, wo sich Keime noch wohler fühlen.





