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Von mild bis feurig

Das hat jetzt Saison: Paprika

Ob feuerrot und süß, giftgrün und herb oder tiefviolett schimmernd: Paprika gehört zu den vielseitigsten Gemüsesorten überhaupt. Rund, spitz oder eckig geformt, mal mild, mal feurig scharf, schmeckt sie als Gemüse oder Gewürz in beinahe jeder Zubereitungsform: gebraten, gebacken, gekocht, gegrillt, mariniert, frittiert oder eben ganz einfach roh.

Wie die Paprika nach Europa kam

Botanisch zählt die Paprika zu den Nachtschattengewächsen. Bis sie zu der wurde, wie wir sie heute kennen, hat sie eine lange Reise über mehrere Kontinente hinter sich gebracht: Ursprünglich stammt die Paprika aus Mittel- und Südamerika, wo bereits Azteken und Maya sie kultivierten. Als Wildform wuchs sie dort schon vor 9.000 Jahren. Nach Europa gelangte die Pflanze erst Ende des 15. Jahrhunderts – mitgebracht von Christoph Kolumbus. In Europa hielt man sie lange für eine hübsche Zierpflanze, bis sie Ende des 18. Jahrhunderts nach Ungarn kam. Dort wurde sie sofort extrem beliebt, diesmal auch als Gemüse, und in der Folge intensiv gezüchtet und angebaut. Um 1950 gelang in Ungarn dann sogar die Züchtung der ersten Gemüsepaprika ganz ohne Schärfe. Seitdem ist sie auch in Deutschland beliebt. Ihr scharfer Vorgänger hatte da – ähnlich wie die Kartoffel und Tomate – schon lange weltweit die Ernährungsgewohnheiten verändert: Chili gehört bis heute zu den am weitesten verbreiteten Zutaten, um Gerichte schärfer zu machen.

Der Name der Paprika stammt zwar aus dem Ungarischen, geht ursprünglich aber auf das Serbokroatische zurück und bedeutet so viel wie die, die scharf ist.

Paprika mag es warm und sonnig, deshalb wächst sie heute weltweit vor allem in warmen Regionen. In kühleren Gegenden gelingt der Anbau meist nur mithilfe von Gewächshäusern oder Folientunneln. Die größten Paprika-Produzenten weltweit sind China, Mexiko, Indonesien und die Türkei, in Europa liegen Spanien und die Niederlande vorn. Allein 45 % der weltweiten Paprika-Ernte stammt aus China! 2022 wurden weltweit rund 37 Millionen Tonnen Paprika geerntet, Chili eingeschlossen.

Aus Thüringen kommt mittlerweile nur noch wenig Paprika: Wurden zwischen 1996 und 2001 hier noch jedes Jahr über 14 Tonnen geerntet, waren es 2025 nur noch 4 Tonnen. Auch deutschlandweit ist kaum noch Paprika aus heimischem Anbau im Handel zu finden: Nur 4 % stammen aus Deutschland, 82 % werden aus Spanien und den Niederlanden importiert.

Paprika-Sorten im Überblick 🫑

  • Blockpaprika: der Klassiker im Gemüseregal
  • Spitzpaprika: läuft am unteren Ende spitz zusammen, schmaler und länger als die Blockpaprika
  • Tomatenpaprika: erinnert äußerlich an eine Tomate, lässt sich perfekt füllen
  • Kirschpaprika: nur etwa 3 cm groß, beliebt für Antipasti
  • Snackpaprika: relativ klein, enthält nur wenige Samen
  • Gewürzpaprika: sehr unterschiedlich geformt, oft klein und kegelförmig

Das verrät die Farbe der Paprika

Saison hat Paprika bei uns von August bis September, teils auch schon im Juli oder noch bis Oktober. Nachreifen tut sie nach der Ernte allerdings nicht mehr. Den Reifegrad verrät übrigens die Farbe der Schale (auch wenn nicht jede Sorte während der Reifung die Farbe wechselt): Grüne Paprika ist noch unreif und schmeckt herb, gelbe Paprika ist mild-würzig und rote Paprika schmeckt kräftig-süßlich.

Paprika besteht zwar zu über 90 % aus Wasser, kann aber trotzdem mit guten Inhaltsstoffen punkten. Die rote Variante hat es dabei besonders in sich: Sie enthält von allen Paprika-Farben den höchsten Nährstoffgehalt und bis zu dreimal so viel Vitamin C wie eine Zitrone! Allerdings nur, wenn Du sie roh isst, denn Vitamin C ist hitze- und lichtempfindlich und geht beim Kochen verloren. Außerdem steckt in reifer Paprika viel Beta-Carotin, auch als Provitamin A bekannt.

Manche können die Haut der Paprika nur schwer verdauen. In dem Fall hilft es, die Haut der Paprika mit einem Sparschäler zu entfernen. Alternativ kannst Du die Paprika im Ofen grillen und abgedeckt ausdampfen lassen – so lässt sich die Haut danach ganz einfach abziehen.

So bleibt Paprika lange frisch

Eine frische Paprika erkennst Du an ihrer unversehrten, festen, glänzenden und knackigen Haut ohne matschige oder schrumpelige Stellen. Außerdem hat sie einen grünen, frisch aussehenden Stängel. Nach dem Einkauf lagerst Du Paprika am besten im Keller oder in einer kühlen Speisekammer, da sie empfindlich auf Kälte reagiert. Dort hält sich Paprika bis zu eine Woche, bei Zimmertemperatur nur etwa drei Tage. Zur Not kann sie auch im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert werden, verliert dort mit der Zeit aber ihr Aroma. Grüne Paprika hält sich übrigens etwas länger als andersfarbige Paprika-Schoten.

Gemüse auf dem Rost

In Thüringen fühlt es sich schon fast verboten an, mal etwas anderes als Rostbratwurst oder Rostbrätel auf den Rost zu legen. Dabei läuft Gemüse über Holzkohle zu Hochtouren auf! Ob Zucchini, Paprika, Fenchel oder sogar Avocado: Auf dem Rost entwickelt Gemüse feine Röstaromen und ganz neue Texturen. Mit einer leichten Marinade dazu erinnert es uns direkt an Antipasti wie im Urlaub. Wer kann da noch widerstehen?

zum Beitrag

Was Paprika so scharf macht

Auch Chilis und Peperonis zählen zur Paprika. Sie unterscheiden sich von der Gemüsepaprika vor allem durch ihre Schärfe. Verantwortlich dafür ist Capsaicin, der in erster Linie in den Samen und den Scheidewänden im Inneren sitzt. Gemessen wird die Schärfe von Paprika bzw. Chilis mithilfe der Scoville-Skala.

Eigentlich dient Capsaicin als Abwehrstoff gegen Fressfeinde, wirkt aber auch antibakteriell und konservierend. Unsere Körper reagieren darauf mit der Ausschüttung von Endorphinen, die für Glücksgefühle sorgen. In heißen Regionen kann Capsaicin sogar vor Magenproblemen schützen, wenn die Kühlkette oder Hygiene nicht ganz eingehalten wurde.

Bei der Verarbeitung von Gewürzpaprika lohnt sich jede Menge Vorsicht: Trage am besten Handschuhe und fasse Dir währenddessen nicht ins Auge. Capsaicin ist nämlich nicht wasserlöslich und lässt sich durch normales Händewaschen nicht vollständig entfernen. Öl, Fett oder Alkohol helfen da eher weiter. Aus demselben Grund bringt auch Wasser bei zu scharfem Essen wenig, sondern eher fetthaltige Lebensmittel wie Milch oder Joghurt. Bei extrem scharfen Sorten kann es an Augen, Schleimhäuten oder Haut sogar zu ernsthaften Reizungen kommen.

Paprika in Gewürzform

Für die Verwendung als Gewürz wird die Gewürzpaprika genutzt. Sie diente in Europa lange Zeit als Ersatz für den damals teuren Pfeffer. Bis heute ist Paprika- bzw. Chiligewürz aus den Küchen weltweit nicht wegzudenken.

Um die Gewürzpaprika zu verarbeiten, wird sie zunächst getrocknet. Dann werden die Kerne vom Fruchtfleisch getrennt und anschließend wird beides getrennt voneinander gemahlen. Je nach gewünschtem Schärfegrad werden die Pulver dann gemischt: Edelsüßes Paprikapulver schmeckt mild, fruchtig, süßlich und würzig. Es beinhaltet keine scharfen Bestandteile der Gewürzpaprika, während Rosenpaprika eine angenehme bis deutliche Schärfe mit etwa 100 bis 500 Scoville und einem pfeffrig-erdigen Aroma hat. Geräuchertes Paprikapulver wiederum wird aus geräucherten Paprikaschoten hergestellt und gibt es in einer milden oder scharfen Variante – stets mit intensivem Raucharoma.

Neben Pulver steckt Paprika außerdem in zahlreichen Würzsaucen und -pasten: Tabascosauce, Sambal Oelek, Ajvar, Harissa oder Salsa wären ohne sie undenkbar. In Ungarn und China wird sogar Öl aus den Paprikasamen gewonnen.

Cayennepfeffer – besonders scharfes Paprikapulver – hat mit echtem Pfeffer nichts zu tun und verweist stattdessen auf die verwendete Chilisorte Cayenne.

So schmeckt Paprika in Thüringen

Von Die Thüringer kommt Thüringer Paprikapastete nach traditionellem Rezept auf den Tisch. Sie schmeckt leicht pikant mit einer feinen Paprikanote. Der Paprikabeißer von WOLF kommt dagegen mit einer aromatischen Räuchernote daher. Das mittelgrobe, rustikale Rohwürstchen ist ein idealer Snack für zwischendurch.

Zum Streichen gibt es bei Nabio mehrere Varianten mit Paprika: Der Gegrillte Paprika Cashew Aufstrich verbindet aromatische gegrillte Paprika mit Cashewkernen zu einem cremig-nussigen, veganen Bio-Aufstrich, während der Paprika Feta Olive Aufstrich mediterrane Aromen und cremigen Feta zu einem vegetarischen Bio-Aufstrich vereint. Beide eignen sich genauso gut als Topping, Pesto oder Dip.

Auch als Knabberei begegnet Dir Paprika in Thüringer Produkten: Filinchen verfeinert seine Pixels Tomate Paprika mit einer intensiven Tomate-Paprika-Würzung. Der Erbsen Snack Paprika besteht zu 78 % aus Erbsen, möglichst regionalen Zutaten und einer natürlichen, gerösteten Paprika-Gewürzmischung.

Von Dittersdorfer gibt es auch Käse mit Paprika: Der Schmeckling Paprika-Chili ist ein milder, cremiger Butterkäse mit fruchtig-pikantem Aroma, verfeinert mit Paprika und Chili. Beim Grillkäse Kentucky übernehmen schwarzer Pfeffer und Paprika die würzige Marinade des Hirtenkäses. Der Grillkäse bildet beim Braten eine goldgelbe Kruste, während er innen weich und cremig bleibt.

Chutney

Chutney ist der herzhafte Bruder der süßen Konfitüre: Beide werden eingemacht und schmecken einfach köstlich. Unser Rezept ist noch dazu so variierbar, wie man es sich nur wünschen kann – es funktioniert mit nahezu jedem Obst oder Gemüse. Also nichts wie ran an den Herd!

zum Rezept
Eine Schale mit Chutney neben Löffeln mit Gewürzen
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