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Einlegen, würzen, braten

Der große Marinaden-Guide

Eine gute Marinade macht beim Braten einen großen Unterschied. Aber was passiert beim Marinieren eigentlich genau? Welches Fleisch profitiert davon, wieso muss man bei Fisch aufpassen – und wie sieht es mit pflanzlichen Alternativen aus? In diesem Beitrag schauen wir uns an, woraus eine Marinade besteht, worauf es bei der Zubereitung ankommt und warum sich die Mühe lohnt, Grillgut selbst einzulegen – mit sieben einfachen Marinaden-Rezepten, um sofort loslegen zu können.

Säure, Öl, Gewürze: die drei Bausteine

Der Begriff Marinade kommt eigentlich aus dem Französischen und heißt übersetzt in Salzwasser einlegen. Gemeint war damit ursprünglich das Haltbarmachen von Speisen für lange Seereisen. Heute steht es hingegen für das Einlegen von Fleisch, Fisch oder Gemüse in eine würzende Flüssigkeit.

Eine Marinade besteht immer mindestens aus drei Komponenten: Säure, Öl und Gewürze.
  • Die Säure bricht das Bindegewebe der Muskeln auf, löst das darin enthaltene Kollagen zu Gelatine und macht das Fleisch so weicher und saftiger. Außerdem hemmt sie die Ausbreitung von Bakterien. Als Säurequelle kommen zum Beispiel Essig, Wein, Buttermilch, saure Sahne oder der Saft von Zitrusfrüchten in Frage – aber auch Milchsäure! Joghurt- oder Buttermilch-Marinaden basieren auf Milchsäure und sind für Geflügel besonders beliebt, da das Ergebnis erstaunlich zart wird. Griechischer Joghurt als Basis hält die Marinade außerdem gut am Fleisch und bildet beim Braten eine leicht knusprige Kruste.
  • Das Öl schützt das Grillgut vor dem Austrocknen und transportiert fettlösliche Aromen aus Kräutern und Gewürzen tief ins Fleisch. Verwende unbedingt raffiniertes, also hitzebeständiges Öl mit einem hohen Rauchpunkt wie Raps-, Sonnenblumen- oder Bratöl. Kaltgepresstes Öl verbrennt auf dem Rost. Auf drei Teile Öl kommt ein Teil Säure.
  • Gewürze und Kräuter geben ihren Geschmack ab – aber nicht alle überleben die Hitze. Einige verbrennen auf dem Rost oder werden bitter. Gib deshalb frische Kräuter am besten am Zweig in die Marinade und nimm sie vor dem Braten wieder heraus. Auch Knoblauch und Ingwer solltest Du am besten nur grob zerdrücken, um sie vor dem Braten ebenfalls zu entfernen. Wenn Du fertige Gewürzmischungen verwendest, setze sie nur sparsam ein, da sie meistens sehr viel Salz enthalten. Salz hat in der Marinade nichts verloren: Es entzieht dem Fleisch Flüssigkeit und verhindert, dass Aromen tief eindringen. Gesalzen wird deshalb erst, wenn das Grillgut vom Rost auf den Teller wandert.

Trockenmarinaden – auch Dry Rub genannt – kommen ganz ohne Flüssigkeit aus. Sie bestehen aus einer Mischung von Basisgewürzen wie Paprika, Pfeffer oder Kreuzkümmel und Akzentgewürzen wie Cayennepfeffer oder braunem Zucker. Das Fleisch wird gründlich damit eingerieben, fest in Frischhaltefolie gewickelt und über Nacht in den Kühlschrank gelegt, bevor sie auf den Rost kommen. Die Gewürze bleiben dabei einfach am Fleisch.

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Was sich zum Marinieren eignet – und was nicht

Am meisten profitiert festes bis zähes Fleisch vom Marinieren, also Wild, Rindersteaks, Schweinenacken oder das Fleisch älterer Tiere. Die Säure bricht das Bindegewebe auf und die Gewürze dringen tief ein. Bei weichem Geflügelfleisch bringt eine Marinade dagegen vor allem Geschmack. Gepökeltes Fleisch wie Kasseler oder Schinken gehört aber weder in eine Marinade noch auf den Rost: Das im Pökelsalz enthaltene Nitrit kann bei hoher Hitze mit Eiweißen aus dem Fleisch reagieren und krebserregende Nitrosamine bilden.

Bei Fisch wirkt das Marinieren noch einmal anders. Das Bindegewebe von Fischen ist von Natur aus viel lockerer als beim Säugetier, der weichmachende Effekt fällt hier also weg. Wie bei Geflügel zählt fast ausschließlich der Geschmack. Am besten eignet sich fettreicher Fisch mit festem Fleisch zum Marinieren wie Lachs, Thunfisch, Sardine, Heilbutt oder Seeteufel. Breite Fischsteaks mit umlaufender Haut und Mittelgräte halten auf dem Rost am besten zusammen. Garnelen und Tintenfisch sind ebenfalls unkompliziert. Falls Du Schalentiere auf den Rost legen möchtest, mariniere und gare sie immer mit der Schale – so bleibt das Innere saftig.

Roher Fisch kann in einer Marinade komplett ohne Hitze garen: Das Eiweiß gerinnt durch die Säure und das Fleisch wird heller und fester. Falls Du diesen Effekt beim Einlegen nicht haben möchtest, gib den Zitronen- oder Limettensaft am besten erst kurz vor dem Braten dazu.

Gemüse und Obst mit hohem Wasseranteil nehmen Marinade besonders gut auf: Pilze, Zucchini, Paprika, Peperoni, Spargel, Tomaten und Radieschen sind ideal – aber auch Ananas, Mango, Pfirsich oder Melone lohnen sich mit einer leichten Marinade auf dem Rost. Hartes Gemüse wie Mais, Möhren, Kürbis, Süßkartoffeln oder Blumenkohl solltest Du vorher bissfest vorkochen. Dadurch nimmt es die Marinade besser auf und gart beim Braten schneller durch.

Auch fester Naturtofu lässt sich hervorragend marinieren, wenn er zuvor gründlich ausgepresst wurde – allerdings mit einer Besonderheit: Verzichte auf das Öl in der Marinade. Ohne Öl dringen Gewürze und Säure viel tiefer in den Tofu ein.

Grundsätzlich gilt: Zu Fisch passen fruchtige, zitrusbasierte Marinaden am besten und zu Garnelen Knoblauch. Geflügel harmoniert zum Beispiel mit asiatisch inspirierten Kombinationen, während Rindfleisch kräftige Marinaden mag. Und Lamm schmeckt mit Joghurtmarinaden am besten.

Fertig mariniertes Fleisch aus dem Supermarkt ist verlockend, aber ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich: Günstige Marinaden enthalten oft Verdickungsmittel, Antioxidationsmittel, Stabilisatoren und Säureregulatoren. Außerdem gibt es bei mariniertem oder anderweitig verarbeitetem Fleisch keine Kennzeichnungspflicht für Qualität, Alter und Herkunft. Die Würzlake kann so leicht verdecken, was darunterliegt. Wer sein Fleisch hingegen selbst einlegt, weiß ganz genau, was auf dem Rost landet.
Alternativ empfehlen wir Dir die fertig marinierten Rostbrätel von Thüringer Landstolz oder Naturfleisch Oberweißbach. Hier bekommst Du zarte Nackensteaks vom Schweinekamm, das mindestens 12 Stunden eingelegt wurde – zum Beispiel in Schwarzbier-, Knoblauch-, Senf-, Paprika-, Kräuter- oder Rosa-Pfeffer-Marinade.

Gemüse auf dem Rost

In Thüringen fühlt es sich schon fast verboten an, mal etwas anderes als Rostbratwurst oder Rostbrätel auf den Rost zu legen. Dabei läuft Gemüse über Holzkohle zu Hochtouren auf! Ob Zucchini, Paprika, Fenchel oder sogar Avocado: Auf dem Rost entwickelt Gemüse feine Röstaromen und ganz neue Texturen. Mit einer leichten Marinade dazu erinnert es uns direkt an Antipasti wie im Urlaub. Wer kann da noch widerstehen?

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Aus der Küche …

Fleisch und Fisch wird vor dem Marinieren sorgfältig gewaschen und mit Küchenpapier trocken getupft, denn feuchte Oberflächen verdünnen die Marinade. Damit die Marinade vor allem in dicke Stücke noch besser eindringen kann, schwöre einige darauf, ein paar kleine Löcher mit der Gabel in das Grillgut einzustechen oder feine Einschnitte mit dem Messer zu machen – oder du massierst die Marinade ein.

Zum Marinieren eignen sich nur Gefäße aus Glas, Keramik oder Plastik. Benutze auf keinen Fall Metall, denn es kann mit der Säure reagieren. Alternativ funktionieren auch dichte Gefrierbeutel. Das Grillgut sollte jedenfalls komplett von Flüssigkeit bedeckt und das Gefäß luftdicht verschlossen sein. Ist das Grillgut nicht vollständig bedeckt, musst Du es ab und zu wenden.

Je länger Du das Grillgut einlegst, desto intensiver wird der Geschmack. Gemüse ist nach 30 Minuten bis 2 Stunden fertig, Geflügel und Schweinefleisch brauchen bis zu 4 Stunden. Tofu oder festes Fleisch wie Steaks, Schweinenacken und Lamm sollte 12 bis 24 Stunden in der Marinade liegen, damit die Marinade auch wirklich tief in das Fleisch einziehen kann. Ein Zeichen dafür ist, dass sich das Fleisch außen leicht gräulich verfärbt.

In der Gastronomie geht das Marinieren deutlich schneller: Großküchen nutzen Vakuumkessel, die den Druck im Behälter absenken. Die Poren des Fleisches öffnen sich dadurch und die Marinade kann innerhalb von Minuten tief in das Fleisch einziehen, wofür sonst Stunden nötig wären. Manche Betriebe spritzen die Marinade auch direkt mit einer Spritze tief in das Grillgut.

… an den Rost

Nimm das marinierte Grillgut mindestens eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank, damit es Raumtemperatur annehmen und so später gleichmäßiger durchgaren kann. Außerdem spritzt Grillgut weniger, wenn es bei Raumtemperatur auf den Rost kommt. Lasse es vor dem Auflegen gut abtropfen und tupfe es mit Küchenpapier ab, falls zu viel Marinade am Grillgut heftet. Sonst tropft die überschüssige Marinade direkt in die Glut, verbrennt dort und bildet giftige Dämpfe. Außerdem entstehen am Fleisch selbst zu viele Röststoffe. Bei sehr flüssigen Marinaden helfen Edelstahl-Grillschalen, um das Tropfen der Marinade zu verhindern.

Während des Bratens kannst Du das Fleisch mit einem Pinsel wiederholt dünn mit der Marinade bestreichen, das hält es saftig und gibt zusätzliche Farbe. Länger solltest Du Marinade, die mit rohem Fleisch in Kontakt war, aber nicht aufheben und auf keinen Fall ein zweites Mal verwenden: Salmonellengefahr! Marinade von Tofu, Gemüse oder Obst kannst Du aber problemlos erneut verwenden oder weiterverwerten.

Sieben einfache Marinaden für Grillabende

  • Paprika-Marinade für Schweinefleisch (z.B. für Nackensteaks oder Koteletts, 1–3 Stunden marinieren): 3 EL Rapsöl, 1 EL Apfelessig, 1 EL brauner Zucker, ½ EL edelsüßes Paprikapulver, ½ EL geräuchertes Paprikapulver, 1 zerdrückte Knoblauchzehe, 1 grob gehackte Zwiebel, nach Wunsch ½ TL Cayennepfeffer
  • Honig-Senf-Marinade für Schweinefleisch (ca. 2 Stunden marinieren): 6 EL raffiniertes Olivenöl, 2 EL Senf, 2 EL Honig, 1 TL Currypulver, 1 zerdrückte Knoblauchzehe, 1 TL schwarzer Pfeffer
  • Steak-Marinade für Rindfleisch (z.B. für Rumpsteaks, Hüftsteaks oder Flank Steaks, je nach Dicke 2–8 Stunden marinieren): 3 EL Rapsöl, 2 EL Sojasauce oder Worcestershiresauce, 1 EL Balsamicoessig, 2 zerdrückte Knoblauchzehen, 1 TL Senf, 1 TL schwarzer Pfeffer
  • Fenchel-Marinade für Fisch (1–2 Stunden marinieren; Limettensaft erst kurz vor dem Braten dazugeben): 4 EL raffiniertes Olivenöl, Schale von 1 Limette, 2 EL grob gehackter Ingwer, 1 EL Honig, 1 TL Fenchelsamen; kurz vor dem Braten Saft von 1 Limette darüberträufeln
  • Joghurt-Marinade für Lamm (ca. 3 Stunden marinieren): 3 EL Rapsöl, 250 g griechischer Joghurt, 2 zerdrückte Knoblauchzehen, 1 TL edelsüßes Paprikapulver, 1 TL schwarzer Pfeffer
  • Asia-Marinade für Hühnerfleisch (ca. 2 Stunden marinieren): 3 EL Sesamöl, 3 EL Sojasauce, 2 EL grob gehackter Ingwer, 2 zerdrückte Knoblauchzehen, 1 EL Limettensaft, 1 EL brauner Zucker
  • Kräuter-Knoblauch-Marinade für Gemüse (ca. 30 Minuten marinieren): 3 EL raffiniertes Olivenöl, Saft von ½ Zitrone, 2 zerdrückte Knoblauchzehen, 3 Zweige frischer Thymian, 2 Zweige frischer Rosmarin, ½ TL schwarzer Pfeffer

Thüringer Rostbrätel

Was landet in Thüringen direkt neben der Rostbratwurst am liebsten auf dem Rost? Natürlich das Rostbrätel! Die zarte Schweinekammscheibe wird stundenlang in besten regionalen Zutaten mariniert, bevor es auf dem Rost landet: Pilsner von der Privatbrauerei Gessner, Knoblauch, BORN-Senf und Zwiebeln.

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