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5. September 2022 by Elisa Gelmroth

Die Auswahl an Messern im Laden und Internet ist riesig und kann schnell überfordern. Sogar Zuhause hat man oft mehr Messer, als man eigentlich braucht – gerade dann, wenn man ein Set oder einen komplett ausgestatteten Messerblock gekauft hat. Doch bevor wir Dir die unterschiedlichen Messer vorstellen und einschätzen, welche davon für Dich nützlich sein könnten und welche Du eher nicht brauchst, werfen wir einen Blick auf das Material.

Edel-, Damast-, Karbonstahl … oder doch Keramik?

Messer können aus unterschiedlichsten Materialien gefertigt sein. Das durchschnittliche Küchenmesser besteht oft aus Edelstahl. Edelstahlmesser sind stabil und rostfrei, allerdings wird die Klinge relativ schnell stumpf und muss regelmäßig geschliffen werden.

Wesentlich länger scharf bleiben Damaststahlmesser. Diese bestehen aus mehreren geschmiedeten Lagen unterschiedlicher Stahl- und Eisensorten. Diese sorgen zwar dafür, dass das Messer für lange Zeit sehr scharf bleibt und präzise schneiden kann, allerdings sind Damaststahlmesser dadurch auch sehr teuer.

Eine gute Alternative sind Karbon- bzw. Kohlenstoffstahlmesser. Diese machen allein optisch viel her und sind noch dazu einfach zu schleifen, extrem scharf und auch für relativ wenig Geld zu haben. Allerdings haben diese Messer auch drei große Nachteile: Sie rosten, sind äußerst empfindlich gegenüber Säure und müssen nach jedem Gebrauch gründlich abgeputzt werden.

Gerade in Supermärkten findet man sie oft im Angebot: Keramikmesser. Sie sind – im Gegenteil zu Karbon- bzw. Kohlenstoffstahlmessern – rostfrei und säurerestistent. Außerdem liegen sie leicht in der Hand und kosten oft nicht viel. Allerdings sind Keramikmesser sehr hart und spröde, wodurch sie nur mit speziellen Schleifsteinen wirklich scharf gehalten werden können. Damit das Material nicht reißt, sollten mit Keramikmessern auch nur weiche Lebensmittel geschnitten werden.

Der richtige Griff

Mindestens genauso wichtig wie das Material, aus dem die Messerklingen sind, ist das Material vom Griff und von der Unterlage, auf der Du schneidest. Achte beim Messerkauf immer darauf, dass der Griff das Klingenende komplett ummantelt und die Klinge nicht nur wenige Zentimeter in den Griff hineingeht. Messer mit diesen sogenannten Vollgriffen aus Holz oder Kunststoff sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch leicht zu reinigen. Allerdings wird Dich ein Messer mit einem solchen Griff wahrscheinlich nicht Dein Leben lang begleiten: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Kleber, mit der die Klinge im Griff fixiert ist, den Geist aufgibt. Deshalb setzen Profis auch auf Messer, bei denen die Klinge am Griffende mit den Griffschalen vernietet wird. Diese Messer sind stabiler und können gut repariert werden. Mittlerweile gibt es sogar Messer, die vollständig aus einem Stück geschmiedet sind.

Grundausstattung

Kochmesser

Ein solides Kochmesser gehört in jede Küche. Es ist das Universalwerkzeug zum Schneiden von Fleisch, Fisch und Gemüse. Durch seine Länge von durchschnittlich 20 Zentimetern gelingen glatte Schnitte in wenigen Zügen, gleichzeitig ermöglicht die filigrane Spitze aber auch feine Arbeiten.

Officemesser

Auch dieses kleine, handliche Messer mit vielen Namen gehört zur Grundausstattung. Als Allzweckmesser kann es nicht nur kleine, feine Arbeiten erledigen, sondern ist auch zum Schälen geeignet. Gerade Zwiebeln, Kräuter, Pilze und kleines Obst kann damit hervorragend verarbeitet werden.

Schälmesser

Dieses kleine Messer eignet sich dank seiner oft gebogenen Klinge, die zur Form von rundem Schälgut passt, noch besser zum Schälen als das Officemesser. Außerdem kann durch die kleine Größe „an der Hand“ gearbeitet werden.

Brotmesser

Das dritte Messer, das auf keinen Fall in der Küche fehlen darf, ist ein Messer mit einem sogenannten Wellenschliff. Damit der Wellenschliff lange scharf bleibt, greifst Du am besten zu einem Messer mit relativ wenigen, dafür aber scharfen, spitzen Wellen mit tiefen Rillen dazwischen.
Das Wellenschliff- bzw. Brotmesser ist eine echte Geheimwaffe für einige Lebensmittel. Man kann damit nicht nur Brot und Baguette, sondern auch alles andere mit einem harten Äußeren und weichen Inneren perfekt schneiden: Ananas, Zitrusfrüchte, Kuchen und Torten, Gurken, Tomaten, Käse, Trockenwurst und sogar Zwiebeln, Salat und Kohl! Auf ein spezielles Tomatenmesser kannst Du also getrost verzichten und stattdessen einfach zum Brotmesser greifen.
Wie bei vielen anderen Messern gilt auch beim Brotmesser: Keine Angst vor langen Klingen. Je länger die Klinge ist, desto leichter fällt auch die Handhabung.
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Schneidebretter? Am liebsten aus Holz!

Auch bei Unterlagen zum Schneiden ist die Auswahl riesig – nicht nur bezüglich Form und Größe des Schneidebretts, sondern auch hinsichtlich des Materials. Im Gegensatz zur Frage, aus welchem Material Deine Messer sein sollten, können wir zumindest hier eine eindeutige Empfehlung aussprechen: Schneidebretter aus Holz sind das Beste, was Dir und Deinen Messer passieren kann! Während Unterlagen aus Stein, Glas, Marmor oder Metall die Klinge vom Messer nach nur wenigen Schnitten abstumpfen und sich in den tiefen Furchen der Kunststoffbretter mit der Zeit die Bakterien tummeln, schonen Schneidebretter aus Holz die Messer und enthalten noch dazu von Natur aus Tannine, die antibakteriell wirken. Greife am besten zu hartem Holz wie Eiche, Buche, Walnuss oder Olive, um Furchen vorzubeugen. Sollten eines Tages die Furchen doch zu tief werden, kannst Du das Schneidebrett einfach glatt hobeln und mithilfe eines Öls wieder versiegeln. Einen Nachteil haben Holzbretter allerdings: Sie dürfen niemals in der Spülmaschine landen.

Scharfe Messer

Schärfe in Zahlen

Stahlklingen werden in der Regel aus einem Stück gefertigt, das zuerst auf über 1.000° C erhitzt und dann schnell abgekühlt und schließlich mehrfach geschliffen wird. Die Schärfe bzw. Härte von Messern wird in Rockwell angegeben; gute Messer für den alltäglichen Gebrauch erreichen Werte zwischen 56 und 62 Rockwell.

Schärfe ist das A und O

Wie Schneidebretter solltest Du auch Messer niemals in der Spülmaschine waschen: Die Reinungsmittel und hohen Temperaturen machen die Messer sehr schnell stumpf und anfällig für Korrosion. Trotzdem ist es normal, dass Messer nach einiger Zeit stumpf werden. Stumpfe Messer brauchen viel Kraftaufwand und erhöhen das Risiko abzurutschen und sich zu verletzen. Höchste Zeit zum Nachschärfen! Ist Dein Messer grundsätzlich noch scharf, könnte aber ruhig wieder etwas schärfer sein, reicht der Griff zum Keramik-Wetzstahl. Bei komplett stumpfen Messern hilft nur noch der Schleifstein oder der Gang zum professionellen Messerschärfer.

Spezialmesser

Käsemesser

Liebst Du Käse über alles, können Käsemesser im Haushalt nicht schaden. Doch Vorsicht: Je nachdem, ob Du lieber harten oder weichen Käse isst, brauchst Du auch ein anderes Messer! Zum Schneiden von Hartkäse greifst Du zu einem kompakten und sehr robusten Messer. Die Klinge darf auch bei großem Druck nicht wegknicken! Bei Weichkäse ist hingegen ein Messer mit „löchriger“, hoher Klinge zu empfehlen, da so möglichst wenig Reibung entsteht.

Tranchiermesser

Genießt Du oft Braten, brauchst Du dieses schmale, lange Kochmesser, das speziell zum Schneiden und Servieren von Fleisch konzipiert ist und lange, feine Schnitte ermöglicht.

Ausbeinmesser

Zum Auslösen von Knochen greifst Du am besten zum Ausbeinmesser: Die schmale, schlanke, spitze Klinge passt sich mithilfe der Einwölbung an der Klingenunterseite hervorragend der Form der Knochen an.

Filiermesser

Noch spitzer, schmaler, schärfer und vor allem dünner und flexibler als das Ausbeinmesser ist das Filiermesser. Falls Du öfter ganze Fische filetierst, ist dieses Messer die perfekte Wahl!

Schinken- / Lachsmesser

Ebenfalls zum Schneiden hauchdünner Scheiben geeignet ist das Schinken- bzw. Lachsmesser. Die sehr lange, schmale und flexible Klinge mit Kullenschliff sorgt für wenig Reibung und Widerstand und schneidet leicht durch Fleisch und Fisch, weshalb es auch eine gute Alternative für das Tranchiermesser darstellt.
Senkrechte Vertiefungen auf beiden Seiten des Klingenblatts heißen Kullen. Diese Hohlräume reduzieren die Reibung und verhindern so, dass Schnittgut am Messerblatt anhaftet. Besonders sinnvoll ist der Kullenschliff deshalb bei Lachs-, Schinken- und Tranchiermessern, die oft mit klebrigem Fleisch in Berührung kommen.

So bewahrst Du Deine Messer sicher auf

Neben der richtigen Unterlage, guter Pflege und sanftem Gebrauch beugt auch die richtige Aufbewahrung dem Stumpfwerden von Messern vor. Möchtest Du Deine Messerkollektion eindrucksvoll präsentieren, greifst Du am besten zur praktischen Magnetleiste. Allerdings sind sie so Staub und Dämpfen ausgesetzt.

Im Messerblock (natürlich aus Holz) bleiben die Messer immer sauber. Messerblöcke nehmen aber im Gegensatz zur Magnetleiste viel Platz ein, sind oft teurer und passen nicht immer zu den bereits vorhandenen Messern.

Falls Du die Messer diskret verstauen möchtest, hilft ein Schubladeneinsatz aus Holz. Hier sind die Klingen gut geschützt vor Umwelteinflüssen. Wichtig ist nur, dass die Klingen nicht aneinanderstoßen, ansonsten stumpfen sie schnell ab.

Kategorie: Handwerk

1. September 2022 by Elisa Gelmroth

Wenn am Sonntag von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr die Selbstbedienung am Pößnecker Ratskeller startet und Sonntagsklöße, Sauerbraten, Rouladen, Rotkraut und jede Menge Soße auf den Tellern landen, wird dieses Mal gegen Pfand noch etwas zum Menü gereicht: die Pößnecker Kloßbremse.

Der handliche Keil ist mehr als nur ein Stück Holz, schließlich soll er wackeligem Untergrund und der Schwerkraft zum Trotz die voll beladenen Teller auf den Tischen waagerecht halten! Die Zeit herunterfließender Soße oder gar rutschender Klöße hat – zumindest dieses Wochenende auf dem Pößnecker Marktplatz – ein Ende. In naher Zukunft dürfte es die Kloßbremse nämlich erstmal nur zu Kloßgerichten aus dem Pößnecker Ratskeller geben – oder auf der Zudelsdorfer Kirmes.

Die Raniser erfanden wohl schon vor den Pößneckern die Kloßbremse, als ihnen auf der Kirmes die Soße von den Tellern lief. Die Pößnecker sollen davon nichts gewusst haben; die Pößnecker Kulturamtsleiterin und der Wirtevereinschef haben sich bei den Ranisern entschuldigt.

02.-04. 09.2022

Pößnecker Stadtfest

Marktplatz, Innenstadt & weitere Orte in Pößneck
  • Musik von Haggefugg, Subway to Sally, Genesis Classic, Sebastian Krenz etc.
  • Volleyballturnier in der Sporthalle Julius-Fucik-Straße
  • Kinder- und Jugendmeile auf dem Aldstadtplatz
  • Händler- und Vereinsmeile in der Innenstadt
  • historische Schaudruckerei im Bilkenkeller
  • Herzklopfen mit talentierten Nachwuchskünstlern auf der Marktbühne
  • Entenrennen auf der Kotschau
  • Gautschfest der Druck- und Medienbranche in der Berufsschule am Viehmarkt
  • und viele weitere Programmpunkte!
weitere Informationen

Beitragsbild: Peter Schmelzle, Pößneck-marktplatz-2013-001, eigener Ausschnitt + Farbkorrekturen, CC BY-SA 3.0

Kategorie: Handwerk, Innovation, Ostthüringen

22. August 2022 by Elisa Gelmroth

12.000 Goldfrancs für’s Haltbarmachen

Bevor das Konservieren von Lebensmitteln „erfunden“ wurde, musste man sich saisonal von dem ernähren, was die Natur zu dem Zeitpunkt hergab. Das war in Jahren mit Missernten oder langen Wintern ein Problem. Noch schlimmer wurde es, wenn Soldaten durch Dörfer zogen und die Lebensmittelvorräte der Einwohner plünderten. Napoleon wollte den Plünderungen ein Ende bereiten, doch dafür brauchte es eine Möglichkeit, um Nahrungsmittel im großen Stil haltbar zu machen, ohne dass Schmutz, Mikroorganismen oder Sauerstoff den Inhalt verderben lassen können. Deshalb schrieb Napoleon 12.000 Goldfrancs für denjenigen aus, der ein funktionierendes Verfahren zum Haltbarmachen entwickeln und präsentieren würde.

Das Wort Konserve stammt vom lateinischen conserva ab und beschreibt eine mit Honig oder Zucker haltbar gemachte Arznei.

Es war schließlich der Pariser Zuckerbäcker Nicolas Appert, der die 12.000 Goldfrancs gewann. Er hatte es geschafft, Essen erfolgreich zu konservieren. Allerdings nutzt er dafür Glasflaschen. Diese waren nicht nur teuer, sondern gingen auch leicht kaputt – keine optimale Lösung.
Das dachte sich auch Peter Durand. Dieser forschte im Auftrag der britischen Krone weiter und kam auf die Idee, Blechkanister statt Glasflaschen zu nutzen. Tatsächlich gelang das Haltbarmachen auch mit Blechkanistern. Die Konservendose war geboren! Sie ist nicht nur leichter als Glas, sondern auch unzerbrechlich und lichtundurchlässig.

Mehrere Gläser mit eingelegtem Gemüse

Sommer im Glas

Im Sommer weißt Du nicht wohin mit dem Obst und Gemüse aus Deinem Garten und im Winter gibt es im Supermarkt nur wässrige Birnen zu kaufen? Zum Glück gibt es mehrere Möglichkeiten, die köstlichen Aromen des S­­ommers für den Winter zu konservieren.

Lebensmittel haltbar machen

Schleichender Tod durch Dosennahrung

3 Jahre nach dem Patent auf die Konservendose entstand in London die erste Konservenfabrik der Welt. Hauptabnehmer der Konserven waren die Armee und Marine. Allerdings ließen sich diese Konserven nur mit Hammer und Meißel oder ähnlichen Hilfsmitteln öffnen; der Dosenöffner wurde nämlich erst Jahrzehnte später im Jahr 1855 von Robert Yeates erfunden.
Und noch ein weiteres Problem gab es mit den Konservendosen: Sie wurden mit Blei verlötet, das auf die Lebensmittel überging und so für zahlreiche schwere Vergiftungen verantwortlich war. Die „berühmtesten“ Fälle von Vergiftungen durch bleihaltige Dosennahrung gab es in der Arktis. So litten alle Mitglieder der Arktisexpedition von Sir John Franklin an einer schweren Bleivergiftung, nachdem sie sich drei Jahre lang von Doseninhalten ernährt hatten. Auf Spitzbergen starben um das Jahr 1872 herum sogar 17 norwegische Robbenjäger wegen bleihaltiger Dosennahrung.

Mittlerweile werden Konservendosen natürlich schon lange nicht mehr mit Blei verlötet. Dennoch ist in den Dosen noch immer ein umstrittener Stoff zu finden.

Die Probleme mit dem Kunststoff-Überzug

Konservendosen bestehen in der Regel aus Aluminium oder Weißblech, das nach dem Befüllen durch Verlöten oder sogenanntes Bördeln abgedichtet wird. Der Inhalt wird anschließend pasteurisiert oder sterilisiert, wodurch Dosenlebensmittel ganz ohne Konservierungsstoffe haltbar sind. Die Rillen in der Dose – im Fachjargon Sicken genannt – sorgen übrigens dafür, dass die Dose nach dem Sterilisieren beim Herunterkühlen nicht platzt, sondern sich gleichmäßig in alle Richtungen ausweiten und zusammenziehen kann. Das ist auch der Grund, warum Dosen immer rund sind: Eckige Dosen wären zwar praktischer, könnten sich aber nicht auf diese Art dehnen.

Dosen für Lebensmittel bestehen meistens aus dem Rumpf, Boden und Deckel, während Getränkedosen aus nur zwei Teilen – dem Deckel sowie Rumpf und Boden aus einem Stück – bestehen. Wölben sich die Deckel der Konservendosen, haben sich Keime gebildet. Die Dosen gehören dann in den Müll. Das gilt auch für stark verbeulte oder geknickte Konserven, da diese leicht durchrosten können.

Das Weißblech, aus dem Konservendosen oft gefertigt werden, wird vor dem Formen und Löten oder Bördeln mit einer hauchdünnen Schicht Zinn überzogen. Das Zinn sorgt dafür, dass sich die Dose im Laufe der Zeit nicht zersetzt. Allerdings handelt es sich bei Zinn um ein Schwermetall, das bei Kontakt mit Sauerstoff bei säurehaltigen Lebensmitteln in diese übergehen kann. Um das zu verhindern, sollten Doseninhalte früher nach dem Öffnen direkt in ein anderes Gefäß umgefüllt werden. Heutzutage werden Konservendosen stattdessen von innen mit Kunststoff beschichtet, was ein Umfüllen überflüssig macht. Dieser Kunststoff-Überzug steht jedoch in der Kritik, Bisphenol-A (BPA) an die Lebensmittel abzugeben.

Definitiv ohne künstliche Zusätze, Aromen, Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker und zu 100 % Bio: die Dosen-Gerichte von Nabio

Nabio im Portrait

Ob und inwiefern BPA gesundheitsschädlich ist, wird seit vielen Jahren erforscht. Bis heute gibt es keine klaren wissenschaftlichen Aussagen. Wahrscheinlich ist, dass BPA eine hormonähnliche Wirkung im Körper haben kann, die das Krebsrisiko steigen und die Fruchtbarkeit sinken lassen. Doch dass diese Wirkung bei einem lediglich seltenen Konsum BPA-haltiger Lebensmittel eintritt, ist nicht gerade wahrscheinlich. Eine Folge der Forschung ist dennoch, dass EU-weit BPA in Babyflaschen verboten wurde und es strenge Grenzwerte für den BPA-Gehalt von Lebensmitteln gibt. Dänemark, Kanada und Frankreich haben BPA komplett verboten. Mittlerweile wird bei Konservendosen auch vermehrt auf alternative Kunststoff-Überzüge ohne BPA gesetzt.

Vitamine: pasteurisiert oder doch lieber tiefgefroren?

Von allen Konservierungsformen sind Lebensmittel in Konservendosen am längsten haltbar. Bis zu drei Jahre lang behalten frisch verarbeitete und direkt in Dosen abgefüllte Lebensmittel ihr Aroma und zumindest mehr als die Hälfte ihrer Vitamine. Das ist bei Tiefkühlkost anders: Hier bleiben Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe größtenteils erhalten, weshalb Tiefkühllebensmittel seit einigen Jahrzehnten auch beliebter als Konservendosen geworden sind – ausgenommen davon sind die Corona-bedingten Hamsterkäufe, während denen sich der Kauf von Konservendosen mehr als verdoppelt hat. Für Konserven aus dem Glas spricht übrigens lediglich, dass Glas keine Schwermetalle und chemische Stoffe enthält.

Ein Drittel der Lebensmittel in Dosen macht Fisch bzw. Meeresfrüchte aus. Ein weiteres Drittel sind Obst und Gemüse. In 15 % der Dosen befinden sich Fertiggerichte wie Suppen oder Eintöpfe.

Getränkedosen in der Kritik

Durch den Erfolg der Konservendosen kam man in den 30er Jahren in den USA auf die Idee, auch Getränke in Dosen abzufüllen und zu verkaufen. 1936 wurden die ersten Dosen produziert. Sie enthielten Coca-Cola und mussten von Hand aufgestochen werden, waren aber ein großer Erfolg. Bis zur Einführung der Pfandpflicht im Jahr 2003 waren sie auch in Deutschland extrem beliebt, doch 2003 brach der Absatz dramatisch ein: von 7 Milliarden verkauften Dosen pro Jahr auf gerade mal 300 Millionen. Mittlerweile hat sich der Absatz dank Dosenbier und immer beliebteren Energy Drinks wieder stabilisiert und liegt bei etwa 3,5 Milliarden Dosen pro Jahr.

Aus ökologischer Sicht sind Getränkedosen sehr umstritten. Von den Dosen werden zwar fast 100 % recycelt, dabei handelt es sich aber nicht um einen geschlossenen Recycling-Kreislauf. Das heißt: Für die Herstellung neuer Getränkedosen braucht man auch immer neues Material, das wiederum aus Südamerika, Asien oder Australien kommt und eine vermehrte Abholzung vom Regenwald sowie giftige Schlämme verursacht. Außerdem stoßen Getränkedosen aus Aluminium bei der Herstellung drei Mal so viel Kohlenstoffdioxid aus wie Glas-Mehrwegflaschen und sechs Mal so viel wie Plastik-Mehrwegflaschen! Nicht zuletzt gibt es in Deutschland nur wenige Abfüllanlagen, was lange Transportwege nach sich zieht.
Hinsichtlich dieser Kritikpunkte mag es nur ein kleiner Lichtblick sein, dass Getränkedosen immer leichter werden. Wog eine 0,33 Liter-Dose in den 30er Jahren noch 100 Gramm und in den 50er Jahren noch 80 Gramm, so wiegt eine 0,5 Liter-Dose heute nicht mehr als 16 Gramm. Das ist ein besonders guter Fortschritt, wenn man bedenkt, dass 1 Gramm weniger Gewicht pro Dose ganze 54.000 Tonnen Metall allein bei der europäischen Dosenproduktion sparen.

Was für ein Müll!

Wie können wir selbst und Thüringer Unternehmen weniger Müll produzieren? Und wie trennt man Abfälle eigentlich richtig?

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Kategorie: Lebensmittel, Tradition

17. August 2022 by Elisa Gelmroth

Dieser besondere Geschmack ist auch der Mittelpunkt der aktuellen Werbekampagne.
Unter dem Motto Nicht normal, aber original fragt Vita Cola ganz selbstbewusst:

Wer sagt denn, ein Original muss allen schmecken?

Muss es nicht. In Thüringen beweisen jedoch täglich sehr viele Menschen ihren besonders guten Geschmack. Hier ist Vita Cola seit vielen Jahren die meistverkaufte, beliebteste Cola. Und das ist einmalig: Nirgendwo sonst auf der Welt hat eine regionale Cola die Nase vorn vor den großen internationalen Marken.
Auch außerhalb Thüringens wissen die Kunden den besonderen Geschmack von Vita Cola zu schätzen. In Ostdeutschland belegt sie seit Jahren zuverlässig Platz 2 im Cola-Markt. Unterstützt wird Vita Cola Original dabei von drei weiteren Colas und einem Cola-Orangen-Mix.

Burger mit Krautsalat & VITA COLA Curry Sauce

Was als Aprilscherz begann, endet als Limited Edition von zwei Thüringer Traditionsfirmen: Selten dürfte eine Sauce so viele begeisterte Reaktionen hervorgerufen haben wie die VITA COLA Curry Sauce von BORN. Diese außergewöhnliche Sauce schmeckt nicht nur zu Bratwurst und Steak, sondern auch auf unserem winterlichen Krautsalat-Burger ganz ausgezeichnet!

zum Rezept

Fruchtige Vita Limos

2010 kamen auch Limonaden ins Vita Cola-Team. Neben den Klassikern Zitrone und Orange haben fünf exotisch-fruchtige Vita Limos bereits eine begeisterte Fan-Gemeinde. Damit führen die Vita Limos in Thüringen das Limonaden-Ranking an. Absoluter Favorit der Thüringer ist Vita Limo Exotic mit Mandarine-Mango-Geschmack. Als Nummer 8 ist Vita Limo Paradiso brandneu mit dabei. Ihr fruchtig-herber Pink Grapefruit-Geschmack rundet das Vita Limo-Portfolio ab. Das jüngste Team-Mitglied soll natürlich neue Vita-Limo-Fans generieren.

Egal, ob die Vita Cola-Erfrischung aus der kleinen Glasflasche, der Vita Energy-Dose oder als Familienvorrat aus dem 12 x 1 Liter Mehrwegkasten kommt – man genießt damit in jedem Fall ein Stück Thüringer Heimat.

Vita Limo – erfrischend und perfekt unterwegs

Vita Energy-Drinks mit natürlichem Koffein

Seit 2018 komplettieren die fruchtig-frischen Vita Energy-Drinks das Marken-Angebot. Bei den kleinen Energiebündeln mit natürlichem Koffein kann man inzwischen unter fünf Sorten wählen. Heute gehören insgesamt 18 verschiedene Getränke, darunter auch vier zuckerfreie Sorten, zur Vita Cola-Familie.

Praktische Flaschengrößen für unterwegs

Damit nicht nur für jeden Geschmack, sondern auch für jede Gelegenheit und jeden Durst das passende Getränk zur Hand ist, gibt es die Vita Cola-Getränke in verschiedenen Größen. Als absolute Lieblinge haben sich in jüngster Zeit vor allem die 0,33-l-Glasflaschen etabliert – umweltfreundlich, wiederverschließbar, handlich und damit ideal für die Gastronomie, Events oder ein Treffen im Park mit Freunden. Mit drei Colas, der Orangen- und Zitronenlimo und dem Cola Mix steht die gesamte klassische Softdrink-Palette in dieser praktischen Flasche zur Verfügung.

Karte mit dem Standort von Thüringer Waldquell

Thüringer Waldquell

Logo von Thüringer Waldquell

Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH
Kasseler Straße 76
98574 Schmalkalden

vita-cola.de
info@vitacola.de

Vita Cola ist eine Marke der Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH.

Kategorie: Firmenportrait, Produktvorstellung, Südwestthüringen

11. August 2022 by Elisa Gelmroth

  • Zubereitung: 60 Min
Zutaten für die Apfelrosen:
  • 4 bis 6 rote, feste Äpfel
  • Zitronensaft
  • Apfelmark von Thüringer Landgarten
  • 1 TL Zimt
  • 2 Rollen Blätterteig

 

 

Das Bio-Apfelmark von Thüringer
Landgarten
hält den Blätterteig
und die Apfelscheiben zusammen.

Äpfel haben jetzt Saison

Zubereitung

Zuerst fettest Du ein Muffin-Backblech mit 12 Mulden leicht ein.

Schneide die Äpfel in Viertel und entferne die Kerngehäuse. Nun hobelst Du die Äpfel in möglichst dünne Scheiben und beträufelst die Apfelscheiben anschließend mit etwas Zitronensaft, damit sie nicht braun werden. Falls Du keinen Hobel hast, kannst Du auch ein Messer nehmen. Allerdings lohnt es sich dann, die Apfelscheiben etwa 30 bis 60 Sekunden lang in der Mikrowelle zu erhitzen. So werden die Scheiben weicher.

Es ist wichtig, dass sich die Apfelscheiben biegen lassen, ohne zu zerbrechen!

Vermische einige Esslöffel Apfelmus mit Zimt.

Nun bereitest Du den Blätterteig vor. Sehr lange Blätterteigrollen kannst Du ggf. einmal auf der langen Seite halbieren. Ansonsten schneidest Du lediglich von der kurzen Seite aus etwa 5 cm dicke Blätterteigstreifen. Die 12 Streifen sollten im Endeffekt etwa 5 cm breit und 25 cm lang sein. Bestreiche die Blätterteigstreifen anschließend fein mit dem vorbereiteten Zimt-Apfelmus.

Nun legst Du die Apfelscheiben mit der Schale nach oben auf der oberen Teighälfte entlang so, dass sich die einzelnen Scheiben etwas überlappen. Klappe die untere Teighälfte über die Apfelscheiben und rolle den Blätterteig von einer kurzen Seite aus vorsichtig ein. Setze die Apfelrose vorsichtig in eine Mulde vom Muffinblech.

Geschafft! Die erste Apfelrose ist fertig. Wiederhole diese Schritte, bis alle 12 Apfelrosen aufgerollt sind.

Backe die Apfelrosen etwa 25 bis 30 Minuten lang im vorgeheizten Ofen bei 175° Ober-/Unterhitze. Sobald die Apfelrosen vollständig abgekühlt sind, kannst Du sie mit etwas Puderzucker bestäuben.

Guten Appetit!

Kategorie: Backen, Rezept, Saisonales

8. August 2022 by Elisa Gelmroth

Vom Holzapfel …

Die Urform unseres heutigen Apfels war der asiatische Holzapfel. Diese Wildform ist nicht größer als eine Walnuss und schmeckt sehr sauer. Bereits in der Antike kam er über Handelsrouten zu den Griechen und Römern, die ihn kultivierten, züchteten, veredelten und unter anderem zu den Germanen brachten. Schon bald wurde der Apfel in großer Menge kultiviert. Trotzdem galt er lange Zeit als Luxusobjekt und somit nicht nur als Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit, sondern auch für Reichtum. Nicht grundlos war eines der Insignien des Heiligen Römischen Reiches der Reichsapfel, der die Herrschaft über die ganze Welt verdeutlichen sollte.

Im Lauf der Jahrhunderte etablierte sich der Anbau von Apfelbäumen in Form von Streuobstwiesen. Die Apfelbäume hatten klassischerweise hohe Stämme und große Kronen, sodass darunter Tiere gehalten oder Ackerbau betrieben werden konnte. Die Pflege dieser hochstämmigen Apfelbäume war jedoch sehr arbeitsintensiv, sodass sich ab den 1960er Jahren immer stärker eine neue Anbauform durchsetzte. Heute haben die Apfelbäume kleine Kronen, die bereits in etwa 50 cm Höhe beginnen, und eine maximale Wuchshöhe von etwa drei Metern.

Diese Buschbäume haben gleich mehrere Vorteile: Auf der gleichen Fläche wie zuvor können nun 10 bis 20 Mal so viele Bäume wachsen, da diese durch Züchtungen nicht nur ertragreicher sind, sondern auch kleiner und kompakter wachsen. So können die Früchte viel leichter gepflückt werden. Tafeläpfel werden bis heute in der Regel von Hand gepflückt – die kleinen Bäume ersparen das anstrengende Hantieren mit Leitern. Außerdem erreicht die Äpfel durch den kompakten Wuchs mehr Sonne, wodurch der Geschmack wesentlich aromatischer wird.

Äpfel aus Thüringen 🍏

Der Anbau von Äpfeln hat in Thüringen eine lange Tradition: Über die Hälfte von allem angebauten Obst nehmen Äpfel ein, davon sind 77 % Tafeläpfel. Besonders viel Baumobst wird in den Landkreisen Gotha und Kyffhäuser angebaut. Innerhalb des bundesweiten Apfelanbaus liegt Thüringen mit 34.000 Tonnen geernteten Äpfeln immerhin auf Platz 8. Allerdings gehen sowohl die Betriebe, die Baumobst anbauen, als auch die Flächen dafür immer mehr zurück. Im Jahr 2017 gab es nur noch 27 Betriebe, die Äpfel angebaut haben.

… zum Tafelapfel

Weltweit gibt es mehr als 30.000 Apfelsorten. Viele davon sind mittlerweile jedoch in Vergessenheit geraten – nur etwa 4.500 der Sorten ist weltweit geläufig. Vor wenigen Jahrhunderten kannte man in Deutschland noch 2.300 Apfelsorten. Heute hat sich die Vielfalt stark reduziert; fast alle modernen Apfelsorten stammen von der Sorte Golden Delicious ab. Für den Verkauf werden nur noch 25 Sorten angebaut – und nur ein Viertel davon gilt als „Hauptsorte“. Unter den Äpfeln im Handel befinden sich auch einige sogenannte Clubsorten wie Pink Lady®: moderne, teure Apfelsorten, die Markennamen tragen und zentral kontrolliert werden.

Die Hälfte der Äpfel in unseren Supermärkten wird importiert. Von den in Deutschland produzierten Äpfeln kommt jeder dritte aus dem Alten Land südlich der Elbe bei Hamburg. Das Alte Land ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas. In Deutschland wird vor allem die Sorte Elstar angebaut: Jeder vierte Apfel ist ein Elstar.

Die verschiedenen Apfelsorten kann man in Tafel- und Mostäpfel unterteilen. Während Mostäpfel sehr sauer schmecken und verarbeitet werden, sind Tafeläpfel vor allem für den direkten Verzehr gedacht. Weisen sie Fehler auf, werden sie aber ebenfalls verarbeitet. Des Weiteren werden Äpfel in Früh- und Lageräpfel unterschieden. Während die im Sommer ab Juli gepflückten Frühäpfel einen hohen Wasseranteil haben und nur für wenige Wochen gelagert werden können, reifen die im Herbst bis November gepflückten Lageräpfel nach der Ernte noch nach. Sie sind bei guter Lagerung den ganzen Winter über haltbar und werden im Laufe der Lagerung nicht nur süßer, sondern auch aromatischer.

Früher wurde auf Apfelplantagen wegen des hohen Aufwands übrigens nur einmal im Jahr geerntet. Heute gibt es zwei bis vier Ernte-Durchgänge, bei denen oft nur die optimal reifen Äpfel geerntet werden. Sie können dann monatelang in gasdichten Kühllagern gelagert werden. Diese Kühllagerung verbraucht viel Energie. Dennoch haben regionale Äpfel einen deutlich besseren CO2-Fußabdruck als Äpfel, die aus Übersee importiert werden.

Äpfel richtig lagern

Äpfel richtig lagern

Auch Zuhause solltest Du Äpfel immer kühl lagern: 2 bis 5° C sind perfekt. Am besten lagerst Du sie außerdem so, dass sie getrennt von anderen Früchten und Gemüse im Kühlschrank liegen, da Äpfel Ethylen ausstoßen. Beim Kauf lohnt es sich, zu Äpfeln ohne Druckstellen zu greifen. Außerdem sollte die Schale unbeschädigt sein, falls Du die Äpfel einige Tage aufbewahren möchtest. Wasche die Äpfel am besten erst kurz vor dem Verzehr: Die natürliche Wachsschicht auf der Schale schützt die Äpfel vor dem Austrocknen und erhöht die Haltbarkeit.

So reifen Lebensmittel

Die Sehnsucht nach perfekten Äpfeln

Auch wenn die Ernte heutzutage dank kleinerer Bäume und technischen Hilfsmittel etwas einfacher ist als früher, so sollte der Anbau von Äpfeln dennoch nicht unterschätzt werden. Zunächst brauchen neue Apfelbäume fünf Jahre, bis sie den vollen Ertrag bringen. Dazu müssen die Bauern aber außerdem die richtigen Apfelsorten auswählen, die Bäume vor Schädlingen und Krankheiten schützen und natürlich die Äpfel ernten – die hohe Qualitätsmerkmale erfüllen müssen. Wir erwarten im Supermarkt oft perfekt aussehende Äpfel. Manchmal vergessen wir dabei, dass es sich dabei um eine am Baum wachsende Frucht handelt – und nicht um etwas, das industriell hergestellt wird. Tatsächlich wird aber bereits nach industriellen „Hilfsmitteln“ geforscht.

Seit dem Jahr 2015 gibt es in den USA und Kanada den Arctic® Apple. Dieser Apfel wurde gentechnisch so verändert, dass ein Enzym, das Oxidationsprozesse reguliert, abgeschaltet wurde. Durch das fehlende Enzym kann der Apfel sich nach dem Anschneiden nicht mehr braun verfärben, weshalb dieser Apfel in Supermärkten nun besonders gern als in Spalten geschnittener und in Tüten verpackter Snack angeboten wird.

Auch in Europa arbeiten Wissenschaftler an gentechnisch veränderten Äpfeln. Hier steht der Wunsch dahinter, beliebte Apfelsorten resistenter gegen Pflanzenkrankheiten zu machen: Gerade die Apfelsorten Jonagold und Gala sind hoch anfällig gegenüber Krankheiten. Resistenzgene aus Wildäpfeln könnten den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich verringern.

Vor allem Feuerbrand macht Apfelbäumen zu schaffen: Von Feuerbrand befallene Bäume müssen beschnitten, wenn nicht gar gefällt werden. Manchmal betrifft das sogar gesamte Plantagen! Pflanzenschutzmittel, die gegen Feuerbrand helfen, dürfen wegen bestimmter Inhaltsstoffe aber nicht mehr eingesetzt werden.

Die Versuche der Gentechnik entsprechen ganz unseren Ansprüchen an „moderne“ Äpfel: Sie sollen perfekt aussehen, gegen Schädlinge resistent, gut lagerfähig sein und am besten sehr knackig, saftig und süßsauer schmecken. Dem stehen die alten Apfelsorten gegenüber: Diese wurden noch basierend auf der Verwendung, ihrem (oft einzigartigen) Geschmack und dem jeweiligen Standort ausgewählt. Allerdings sind alte Sorten deshalb nicht überall pflegeleicht anzubauen. Sie können besondere Standortansprüche haben oder anfällig für Krankheiten sein, es gibt aber auch sehr robuste Sorten. Viele Sorten tragen schon in ihrem Namen ihr ursprüngliches Anbaugebiet, für dessen Klima sie am besten geeignet sind. Für gute Erträge im eigenen Garten sollten die nötigen klimatischen Bedingungen der jeweiligen Sorte also nicht missachtet werden!

Apfelsorten im Supermarkt 🍏

Gala hat nur sehr wenig Säure und schmeckt sehr süß. Diese rote Apfelsorte mögen Kinder oft am liebsten.
Golden Delicious ist der international beliebteste Apfel. Er hat nur wenig Säure und schmeckt sehr süß und saftig, was die grüngelbe Apfelsorte optimal für Desserts macht.
Jonagold kann gut gelagert werden. Die rote Sorte schmeckt süß, hat aber gleichzeitig eine sehr angenehme Säure.
Granny Smith schmeckt sehr säuerlich und fällt durch seine leuchtend grüne Schale auf.
Braeburn und Elstar sind beides rote, süß-säuerliche Apfelsorten. Außerdem ist Braeburn sehr saftig und somit ideal für Kompott und Saft geeignet. Außerdem hat er den höchsten Vitamin-C-Gehalt unter den gängigen Supermarkt-Apfelsorten.

Die Vorteile alter Sorten

Alte Sorten geraten seit einigen Jahrzehnten immer stärker in Vergessenheit. So gehen nicht nur Biodiversität und ein großes Stück Kulturgut verloren – alte Apfelsorten haben auch einige Vorteile gegenüber den Supermarktsorten zu bieten. Wusstest Du schon, dass Apfel-Allergiker alte Sorten oft problemlos essen können? Das Zauberwort lautet in diesem Zusammenhang Polyphenol.

Unsere liebsten alten Apfelsorten

🍸
Martini

Die Apfelsorte Martini ist schon fast 150 Jahre alt – und eine Wintersorte! Während die meisten Äpfel im frühen Herbst reif werden, lässt sich der kugelrunde Martini bis spät in den November hinein Zeit. Die Sorte liefert viel Saft und schmeckt sehr angenehm würzig-frisch.

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Gravensteiner

Der Gravensteiner wurde im Jahr 1669 entdeckt und wurde in den letzten Jahrzehnten fast vergessen. Heute wird er zum Glück wieder angebaut, wenn auch nur relativ selten. Dabei duftet die Sorte sehr intensiv und schmeckt mindestens genauso lecker. Was die Anbaubedingungen betrifft, ist der Gravensteiner aber eine kleine Diva: Er braucht ein sehr beständiges Klima.

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Schöner aus Nordhausen

Eine Thüringer Apfelsorte ist der Schöne aus Nordhausen. Diese Sorte ist sehr robust und trägt zuverlässig Früchte, die leicht säuerlich schmecken. Besonders gut eignet sich der Schöne aus Nordhausen für Apfelsaft.

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Boskoop

Eine alte Apfelsorte, die es wohl als einzige auch ins Supermarkt-Regal geschafft hat, ist der Boskoop. Vielleicht kennst Du den Apfel mit der matten Schale aus dem Garten Deiner Eltern oder Großeltern. Der Boskoop wird relativ groß, schmeckt herb-säuerlich und eignet sich perfekt für Apfelkuchen. Den Namen hat die über 150 Jahre alte Sorte vom gleichnamigen Ort in den Niederlanden.

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Prinz Albrecht von Preußen

Die Sorte Prinz Albrecht von Preußen wurde 1865 vom Hofgärtner des Prinzen gezüchtet. Die royale Sorte ist robust, frosthart und trägt sehr zuverlässig leckere Früchte – ideal für den eigenen Garten!

Schneidest Du einen Apfel einer alten Sorte auf, färbt er sich vermutlich sofort braun. Durch das Aufschneiden werden nämlich die Zellwände zerstört. So können Pflanzenstoffe wie Polyphenol mit der Luft reagieren. Durch das Oxidieren von Polyphenol färbt sich der Apfel braun. Da dies nicht unseren heutigen optischen Ansprüchen gerecht wird, wurde Polyphenol weitestgehend aus Äpfeln herausgezüchtet. Die Äpfel werden so nicht so schnell braun und schmecken süßer. Allerdings bindet Polyphenol auch Allergene.

Alte Sorten sind oft viel zuckerhaltiger als moderne Sorten, da saure Äpfel mehr Zucker als süße enthalten. Durch diese Kombination aus Süße und Säure eignen sich saure Äpfel besonders gut zum Backen und Braten.

Beinhaltet ein Apfel viel Polyphenol, kann er oft bedenkenlos von Allergiker gegessen werden. Beinhaltet er kaum Polyphenol – so wie die meisten modernen Sorten – werden die Allergene nicht gebunden und von den 8 % der Europäer mit Apfel-Allergie zumindest im Rohzustand nicht vertragen. Erhitzt (zum Beispiel als Mus oder im Kuchen) werden die Allergene jedoch zerstört und sollten keine Probleme mehr bereiten.

An apple a day keeps the doctor away

Falls Du nicht allergisch auf Äpfel reagierst, solltest Du unbedingt regelmäßig zu dieser Frucht greifen. Äpfel sind wichtig für eine gesunde Ernährung: Sie enthalten viele Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken. Außerdem wirkt das natürlich enthaltene Pektin cholesterinsenkend. Noch dazu machen Äpfel lange satt. Die Fruchtsäure vom Apfel gilt auch als „biologische Zahnbürste“, da das Kauen von Äpfeln die Zähne und Zahnzwischenräume etwas reinigt und das Zahnfleisch massiert.

Unsere Rezepte mit Äpfeln

Apfelrosen
Schwedenbecher
Overnight Oats mit Äpfeln und Nüssen
Bircher-Müsli
Ein Teller mit Klößen, Rotkohl und Gänsebraten
Apfel-Rotkohl
Gefüllte Bratäpfel
Bratapfel
Verschieden belegte Butterbrote
Luxus-Butterbrote

Kategorie: Lebensmittel, Saisonales

1. August 2022 by Elisa Gelmroth

Frisch wie von der Metzgertheke

Egal ob Original Thüringer Rostbratwürste vom Strohschwein, Leberwurst im Glas, Schweinemett oder Rindergulasch im Glas – im Onlineshop von Thüringer Landstolz findest Du all das und noch viele weitere köstliche Thüringer Spezialitäten. Die Produkte für den Onlineshop werden täglich frisch produziert und das Paket wird erst am Tag des Versands verpackt. So bekommst Du per 24-Stunden-Express-Versand Grillgut und Wurstwaren geliefert, die frischer kaum sein könnten.

Neben Rostbrätel und Grillfackeln in verschiedenen Marinaden hat Thüringer Landstolz vor allem die Original Thüringer Rostbratwurst in etlichen Varianten im Sortiment: mit Kümmel, vom Strohschwein, in Bio-Qualität etc.

Für eine köstliche Thüringer Brotzeit kannst Du Dir Schweinemett, Knacker, Schinkenspeck, Schmalkalder Salami, Lachsschinken und zahlreiche regionale Spezialitäten wie Leberwurst und Rotwurst im Glas nach Hause liefern lassen.

Selbst Gerichte der traditionellen Landhausküche wie Rinderrouladen, Kasslerbraten und Soljanka kommen nach der Bestellung im Onlineshop ganz einfach im Paket zu Dir.

Mit dem Code thschmeckt bekommst Du bis zum 31.12.2022
10 % Rabatt auf Deine Bestellung bei Thüringer Landstolz 💚

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Umweltgerecht verpackt & sicher gekühlt

Im Vorfeld hat sich Thüringer Landstolz vor allem um die Verpackung viele Gedanken gemacht. Die Verpackung soll möglichst umweltschonend sein und unnötigen Plastikmüll vermeiden. Gleichzeitig muss gewährleistet sein, dass die Kühlkette nie unterbrochen wird, um die hervorragende Qualität zu erhalten. Das Material dafür lag sozusagen auf der Hand: Stroh.

Das vollkommen biologisch abbaubare, gereinigte Stroh schafft es, ohne jegliche Zusatzstoffe für die nötige Isolierung, Feuchtigkeitsregulierung und Stoßfestigkeit zu sorgen. Gleichzeitig hat es den gleichen Wärmeleitwert wie Styropor, kann aber ganz einfach im Biomüll oder auf dem Kompost entsorgt werden.

So wird das enthaltene Material richtig entsorgt

Übrigens sind auch die Kartons kreislauffähig, biologisch abbaubar und zu 100 % recycelbar – und die Kühlpads bestehen rein aus gefrorenem Trinkwasser.

Thüringer Landstolz im Portrait

Am 1. Oktober 1991 eröffnete die erste Filiale der Marke Thüringer Landstolz. Heute, knapp 30 Jahre später, gibt es 36 Filialen mit einer breiten Produktpalette: Egal ob unterwegs auf die Hand, Frühstück im Bett oder Hochzeitsbuffet – im Sortiment von Thüringer Landstolz ist für alle etwas dabei.

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Kategorie: Innovation, Südwestthüringen

25. Juli 2022 by Elisa Gelmroth

  • Zubereitung: 15 Min
  • Für 1 Personen
Zutaten für die Sommerbowl:
  • 1 Glas Veggie Bowl Linse Gemüse von Nabio
  • 4 Scheiben Baguette
  • 1 Knoblauchzehe
  • 30 ml Sonnenblumen-Walnuss-Öl von der Erfurter Ölmühle
  • Blattsalat
  • frische Kräuter

Zubereitung

Erhitze das Öl in der Pfanne und gib die Baguettescheiben sowie in Scheiben geschnittenen Knoblauch dazu, sobald das Öl heiß ist. Brate das Baguette von beiden Seiten goldbraun an und nimm es anschließend aus der Pfanne.

Erhitze, wenn Du magst, kurz den Inhalt der Veggie Bowl in der Mikrowelle. Richte dann alles zusammen mit leicht zerpflückten Salatblättern und Kräutern in einer Schale an.

Guten Appetit!

Das Rezept wurde in Zusammenarbeit mit der Ernst-Benary-Schule Erfurt von Thomas Grohe und Christian Frank für Thüringen schmeckt entwickelt.

Unsere Jahreszeiten-Bowls

Schüssel, gefüllt mit Spinat, Kartoffeln, Pilzen, Spargel und einem Spiegelei
Frühlingsbowl
Eine Bowl mit Grünkohl, Kürbis, Bulgur und Pinienkernen
Herbstbowl
Winterbowl
Bowls nach dem Baukastenprinzip

Kategorie: Rezept, Saisonales

17. Juli 2022 by Elisa Gelmroth

Als bei den Olympischen Winterspielen im Jahr 1952 in Oslo die schwedische Eishockey-Mannschaft die BRD-Mannschaft besiegte, freute sich Walter Ulbricht so sehr darüber, dass er kurzerhand seinen Lieblingseisbecher den Schweden zu Ehren Schwedenbecher taufte. Noch im selben Jahr tauchte der Name erstmals auf der Karte von einem Eiscafé in Berlin-Pankow auf. Es dauerte nicht lange, bis der Schwedenbecher Kult-Status erreichte – den er noch heute genießt.

Regionale Zutaten für den Schwedenbecher:

Nordbrand Nordhausen im Portrait

+

HEXEN-Eis im Portrait

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HAINICH im Portrait
  • Zubereitung: 5 Min
  • Für 2 Personen
Zutaten für den Schwedenbecher
  • HEXEN-Becher Vanille von HEXEN-Eis
  • Apfelmus von HAINICH
  • Nordgold Eierlikör Advokat von Nordbrand Nordhausen
  • Sprüh- oder Schlagsahne
  • Nougatini von Viba
  • ggf. Schokostreusel

 

 

Zart schmelzender Nougat und knusprige Filinchen-Waffel – Nougatini von Viba vereint das Beste vom Besten. Die Waffel schmeckt nicht nur zu Eis, sondern auch als Snack unterwegs.

Zubereitung

Gib abwechselnd Vanille-Eis und Apfelmus in eine Dessertschale. Nun gießt Du etwas Eierlikör darüber und sprühst Sahne über das Eis. Stecke eine Waffel in das Eis und streue gegebenenfalls noch Schokostreusel darüber.

Wenn es mal schnell gehen soll: Auch der schon fertig zubereitete Schweden-Eisbecher von HEXEN-Eis entführt Liebhaber dieser Eiskreation direkt in den Eierlikör-Himmel.

Hier bekommst Du bestes Eis aus Thüringen

Kategorie: Lebensmittel, Rezept

14. Juli 2022 by Elisa Gelmroth

Weizen

Weizen ist die weltweit am häufigsten angebaute Getreideart. Er dient sowohl als Nahrungs- als auch als Futtermittel. Weizen schmeckt nicht nur relativ geschmacksneutral und ist dadurch universell einsetzbar, sondern eignet sich durch seinen hohen Gluten- und Stärke-Anteil auch am besten zum Backen. Allerdings hat Weizen relativ hohe Ansprüche an die klimatischen Gegebenheiten, den Boden und die Wasserversorgung.

Es gibt zwar über 1.000 verschiedene Weizen-Sorten, aber wichtig ist vor allem die Unterscheidung in Hart- und Weichweizen. Hartweizen besitzt eine sehr stabile Stärkestruktur und wird deshalb in erster Linie zu Nudeln verarbeitet. Weichweizen hat einen hohen Gluten-Anteil und wird zu Brot bzw. Gebäck verarbeitet.

Auch in Thüringen wird vor allem Weizen angebaut. Das regionale Klima des Thüringer Beckens mit den warmen Sommern entspricht hervorragend den Anbaubedingungen des Weizens. Auf mehr als der Hälfte der gesamten Getreideanbaufläche Thüringens wächst Winterweizen.

Im orientalischen Raum gilt eingeweichter, vorgekochter und anschließend gebrochener Hartweizenschrot als Grundnahrungsmittel – bekannt unter dem Namen Bulgur. Dieser lässt sich wie Reis verwenden.

Eine große Ähnlichkeit mit Bulgur hat Couscous: Auch dieser stammt aus dem orientalischen und nordafrikanischen Raum und schmeckt so ähnlich wie Bulgur, ist aber vorgegarter Hartweizengrieß, der zu kleinen Kügelchen gerollt wird und weniger Nährstoffe als Bulgur enthält.

Einkorn

Eine der ältesten Getreidesorten, die schon vor 10.000 Jahren angebaut wurde, ist Einkorn. Selbst Ötzi soll sich von Einkorn ernährt haben. Der Name des Getreides ist übrigens Programm: Bei Einkorn reift in jeder Ähre nur ein einziges Korn heran. Einkorn stammt noch von wilden Süßgräsern ab, enthält viel Eiweiß und Mineralstoffe und bildete die spätere Grundlage für einige Weizensorten. Allerdings bindet Einkorn kaum Wasser und ist daher nicht gut zum Backen geeignet.

Triticale ist eine Kreuzung von Weizen und Roggen. Es wird vor allem als Tierfutter und für die Energiegewinnung in Biogasanlagen genutzt.

Emmer

Ebenfalls eines der ältesten kultivierten Getreide ist Emmer. Während der Jungsteinzeit war Emmer die wichtigste Getreideart in Mitteleuropa. Es ist kräftiger, ertragreicher als Einkorn und gleichzeitig sehr anspruchslos. Die Körner werden durch eine feste Schale vor Schädlingen geschützt, weshalb das Getreide hervorragend für den Bio-Anbau geeignet ist. Durch seinen hohen Wuchs ist es allerdings auch anfälliger für Wind und Regen.
Emmer enthält es mehr Gluten als Einkorn und ist deshalb besser zum Backen geeignet – wenn auch nicht so gut wie zum Beispiel Weizen oder Dinkel. Es hat einen sehr intensiv-würzigen Eigengeschmack.

Dinkel

Dinkel ist bereits mehrere 1.000 Jahre alt und gilt damit als eines der ältesten Getreide und als eine Urform unseres heutigen Weizens. Dinkel ist ein sehr ursprüngliches Getreide: Es gibt kaum Züchtungen vom Getreide, der Ertrag ist relativ gering und lässt sich auch durch Dünger kaum steigern; außerdem ist das Korn von einer harten Schale umgeben, die in einem zusätzlichen Arbeitsschritt entfernt werden muss. Deshalb wurde Dinkel lange kaum angebaut – obwohl er raues Klima verträgt und sowohl verträglicher als auch gesünder als Weizen ist.

Dinkelmehl kann nicht nur für Brot und Brötchen, sondern zum Beispiel auch für Nudeln oder Müsli-Flocken genutzt werden. Das mild-nussig schmeckende, gesunde Mehl liegt gerade absolut im Trend, da es in vielen Rezepten problemlos und vollständig Weizenmehl ersetzen kann.

Vor etwa 200 Jahren gab es eine Zeit mit sehr vielen Missernten, sodass man sich dazu entschied, Dinkel unreif zu ernten und ihn über Buchenholzfeuer zu trocknen. Heraus kam sehr bekömmliches, leicht rauchig und intensiv schmeckendes Getreide mit hohem Nährwert- und Eisengehalt: sogenannter Grünkern. Grünkern erfreut sich heutzutage gerade in der vegetarischen und veganen Szene hoher Beliebtheit. Am besten schmeckt Grünkern als Bratling, in Aufläufen und in würzigen Suppen. Zum Backen ist das Getreide nicht geeignet.

Wie entsteht aus Körnern Mehl? Was ist eine Mehltype oder Gluten? Wir begleiten den Prozess vom Korn bis zum Mehl, vom Feld bis zur Mühle.

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Hirse

Hirse gilt eigentlich als Hauptnahrungsmittel und als weltweit bekanntestes Getreide, das auch Wassermangel erträgt. Doch erst seit diversen Fitness-Trends ist er auch auf unseren Tellern angekommen. Hirse ist in verschiedenen Farben erhältlich, glutenfrei und äußerst nahrhaft, enthält viele Vitamine, Nähr- und Mineralstoffe und hat einen hohen Eisengehalt. Fitness-Begeisterte schätzen Hirse aber vor allem wegen seiner relativ geringen Kalorienanzahl und seiner gleichzeitigen Eigenschaft, sehr lange zu sättigen. In Deutschland wird sie aber eher für die Verwertung als Viehfutter angebaut.

Gerste

Gerste braucht unter allen Getreidesorten die kürzeste Reifezeit – gut für die Brauereien! Die meiste Gerste landet nämlich als Saft im Bier oder als Futter bei Tieren. Nur ein geringer Teil wird geschält und geschliffen, um als Graupen verkauft zu werden. Zum Backen ist die alte, klimatisch sehr anpassungsfähige Getreidesorte nicht geeignet.

Gerste wird seit über 1.000 Jahren in Thüringen angebaut – und ist bei mitteldeutschen Mälzereien sehr beliebt. In Thüringen wird sie auf etwa 100.000 Hektar Ackerfläche angebaut.

Roggen

Roggen ist ein klassisches Brotgetreide Nordeuropas: Das Getreide ist winterhart, verträgt raues Wetter und im Gegensatz zu vielen anderen Getreidesorten nicht so stark von der Sonne abhängig. Roggen wird unter anderem zu Malz für die Bierproduktion verarbeitet, in erster Linie aber zu Roggenmehl. Bei uns liebt man das aromatische, gut lagerfähige Roggenbrot und die dunklen, kräftigen Roggenbrötchen – während im Rest der Welt kaum jemand Roggen kennt! Tatsächlich macht Roggen beim globalen Getreideanbau weniger als 1 % aus. Dabei sorgt Roggen für ein lang anhaltendes, starkes Sättigungsgefühl, enthält viele Ballaststoffe und nur wenig Gluten. Der geringe Glutengehalt stellt allerdings manche Bäcker auf die Probe, da Volumen und eine gute Porung nur durch eine hohe Menge Gluten entstehen kann. Deshalb braucht Roggenteig mehr Triebmittel und mehr Zeit als Weizen und Dinkel, um ein schönes Brot zu werden. Am besten gelingt Roggengebäck deshalb mit Sauerteig.

So einfach kannst Du Sauerteig ansetzen

Hafer

Das europäische Urgetreide ist das vielleicht gesündeste unter den Getreidesorten. Hafer liefert nicht nur die meisten Nährstoffe und wichtige Aminosäuren, sondern auch viel Eisen und Ballaststoffe. Noch dazu ist Hafer glutenarm und gut verdaulich. Dadurch, dass stets nur die äußere Hülle der in Rispen statt Ähren gewachsenen Körner bei der Weiterverarbeitung entfernt wird, handelt es sich bei Hafer sozusagen immer um ein Vollkornprodukt.

In den letzten Jahrzehnten spielte Hafer kaum noch eine Rolle beim Anbau. Wurde er früher vor allem als Futter für Transport- und Militärpferde angebaut, spielte er später lange Zeit keine Rolle mehr. Nun nimmt er im Zuge veganer Produkte allmählich wieder eine wichtige Schlüsselrolle ein – beispielsweise für vegane Milchalternativen. Noch dazu ist Hafer sehr einfach und günstig anzubauen, auch wenn er relativ viel Niederschlag braucht.

Khorasan

Wie auch Dinkel ist Khorasan eine Urform vom Weizen und bereits 6.000 Jahre alt. Das relativ unempfindliche und anspruchslose Getreide mag vor allem warmes, trockenes Klima, weshalb die Hauptanbaugebiete in Nordamerika und Südeuropa liegen. Die Khorasan-Körner sind fast doppelt so groß wie Weizenkörner, enthalten sehr viel Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe und eignen sich sehr gut zum Backen.

Da es sich bei Khorasan um eine Urform vom Getreide handelt, bringt Kunstdünger beim Anbau kaum Vorteile. Das macht Khorasan perfekt für den Bio-Anbau. US-Landwirte gingen vor mehreren Jahrzehnten sogar so weit, biologisch angebauten Khorasan unter dem Namen Kamut® als Marke einzutragen.

So gesund ist Hafer

Hafer schmeckt leicht nussig, mild und dennoch aromatisch. Die alte Getreidesorte ist erstaunlich wandelbar: Hafer steckt nicht nur in Müsli und Haferbrei, sondern auch in pflanzlicher Milch, Brot und sogar in herzhaften Bratlingen. Und das Beste: Hafer ist die vermutlich gesündeste Getreidesorte von allen, da er nicht nur voller sekundärer Pflanzenstoffe steckt, sondern auch immer das volle Korn verarbeitet wird.

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Mais

Mais kommt ursprünglich aus Mexiko und wurde lange ausschließlich als Tierfutter verwendet. Auch heute noch gilt er als universelles Futtermittel. Vor etwa 500 Jahren wurde er von Kolumbus aus Amerika nach Spanien gebracht, doch es dauerte noch viele Jahrhunderte, bis er in Europa Fuß fassen konnte: Erst seit den 1960er Jahren wird Mais in Deutschland richtig angebaut. Davor musste Mais in aufwändiger Handarbeit gepflanzt, gepflegt und geerntet werden. Dafür wird er heute umso mehr angebaut, denn Mais wächst auch in klimatisch ungünstigen Regionen.

Futtermais wird heutzutage nicht nur als Tierfutter genutzt. Mais steckt auch in Bindemitteln, Getränken, Cornflakes – und natürlich in Maismehl und Maisgries. Während Maismehl vor allem für Tortillas genutzt wird, kocht man aus Maisgries Polenta. Außerdem wird aus der im Futtermais enthaltenen Stärke natürlicher, biologisch abbaubarer Kunststoff gewonnen. Und: 1 Hektar Mais deckt in Form von Biomasse für Biogasanlagen den jährlichen Strombedarf von fünf Haushalten!

Neben Futtermais gibt es aber auch Zuckermais. Bei Zuckermais werden enthaltene Kohlenhydrate nicht in Stärke, sondern in Zucker umgewandelt. Zuckermais wurde tatsächlich erst im 19. Jahrhundert entdeckt. Er ist glutenfrei, enthält aber auch kaum Nährstoffe – und wird in Deutschland kaum angebaut.

Amaranth

Amaranth kommt ursprünglich aus Lateinamerika und galt dort bei den Ureinwohnern als heilig. Das Pseudogetreide liebt die warmen, trockenen (sub-) tropischen Gebiete, wächst mittlerweile aber auch bei uns in Deutschland. Amaranth ist übrigens enger mit Spinat und Mangold als mit Getreide verwandt und hat von allen Pseudogetreiden den höchsten Ballaststoffgehalt.

Quinoa

Quinoa ist eng mit Amaranth verwandt und kommt ebenfalls aus Südamerika. Das „Gold der Inka“ wurde in der Vergangenheit vor allem in den Anden angebaut und verträgt nicht nur große Höhen, sondern auch starke Hitze und trockene Böden.

Quinoa sollte am besten nur geschält verwendet und immer gründlich gewaschen und abgekocht werden: Quinoa enthält viele natürliche Bitterstoffe, die die Darmschleimhaut reizen können. Diese werden durch Hitzezufuhr aber zerstört. Davon abgesehen ergibt Quinoa eine hervorragende Reis-Alternative. Greife im Laden am besten zu möglichst dunklen Körnern: Je dunkler sie sind, desto mehr Antioxidantien und Aromen enthalten die kleinen Körner.

Buchweizen

Buchweizen ist etwas Besonderes, schließlich produziert dieses Pseudogetreide keine Körner, sondern eher kleine Nüsse, die so ähnlich wie Bucheckern aussehen. Biologisch betrachtet ist der Buchweizen sogar Rhabarber und Sauerampfer ähnlicher als Weizen.

Ursprünglich kommt Buchweizen aus China, heutzutage wird er aber vor allem in den USA und in Osteuropa angebaut.

Auch in Thüringen gibt es bereits Versuche, den regionalen Anbau von Buchweizen auszuweiten.

Buchweizen sollte vor der Verarbeitung immer geschält werden, da er sonst zu Hautreizungen führen kann. In der Regel ist er aber sowieso nur geschält im Handel erhältlich. Möchtest Du Buchweizen gekocht genießen, solltest Du ihn vor und nach dem Kochen am besten gründlich abwaschen – Buchweizen kann stark schleimen.

Reis: Getreide aus dem Wasser

Einer der weltweit wichtigsten Nährstofflieferanten ist Reis. In Asien isst eine Person im Jahr durchschnittlich 150 Kilo Reis. In vielen asiatischen Sprachen sind die Worte für Reis und Essen sogar identisch. Aber auch für Europa spielt Reis eine größere Rolle als gedacht.

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Kategorie: Lebensmittel, Rohstoffe

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