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Beitrag

11. Juli 2022 by Elisa Gelmroth

Modernes Getreide: ertragreich und resistent

Getreide nimmt für die weltweite Ernährung wegen seiner hervorragenden Lager-Eigenschaften und des hohen Nährwerts eine Schlüsselrolle ein. Um Ernteausfällen entgegenzuwirken, entwickelt die Getreideforschung immer wieder neue Züchtungen und Kreuzungen: Es sollen möglichst große, viele und schnell reifende Körner in einer Ähre enthalten sein. Gleichzeitig muss die Ähre stabil genug sein, um die Körner tragen zu können. Nicht zuletzt soll das Getreide gegen Klimaschwankungen, Krankheiten und Schädlinge resistent sein. Mittlerweile gibt es sogar für jede moderne Getreidesorte auf sie zugeschnittene Schädlingsbekämpfungsmittel und Dünge-Schlüssel. Das erleichtert die Arbeit der Landwirte, birgt in sich aber auch die Gefahr von Monokulturen, die mit dem Verlust von Artenvielfalt und teils hohen Schadensbilanzen einhergehen können.

Weltweit sind vor allem vier Getreide immens wichtig: In Europa ist es Weizen, in Amerika Mais, in Asien Reis und in Afrika Hirse. Von dem Getreide werden aber lediglich 20 % für die Versorgung der Menschen genutzt – 60 % werden als Grundlage für Viehfutter weiterverarbeitet und 20 % stehen der Industrie zur Verfügung bzw. werden zur Energieerzeugung genutzt.

Alte Sorten & samenfestes Saatgut – ein Weg aus der Monokultur?

Getreide in Zahlen

🌾 Im Rahmen der weltweiten Getreideproduktion belegt Deutschland mit 38 Millionen Tonnen pro Jahr Platz 16.

🌾 In Thüringen wurden im Jahr 2020 etwa 350.000 Hektar Ackerfläche für Getreide bestellt. Auf über 200.000 Hektar wächst Weizen, auf 100.000 Hektar Gerste.

🌾 Roggen (10.000 Hektar), Hafer (6.000 Hektar) und Triticale (13.000 Hektar) spielen nur eine kleine Rolle auf Thüringens Getreideflächen.

Thüringer Kartoffelbrot

Ganz anders als klassische Landbrote schmeckt das Thüringer Kartoffelbrot: Durch den hohen Kartoffel-Anteil ist es nicht nur sehr saftig und aromatisch, sondern hat auch eine leicht feuchte Krume und köstlich-weiche Textur. Es schmeckt sowohl süß als auch herzhaft belegt sowie als Beilage zu Suppen und Eintöpfen.

zum Rezept

Vom Feld bis zur Mühle

Beim Anbau von Getreide unterscheidet man zwischen Winter- und Sommergetreide. Wintergetreide wird ab September ausgesät und ab Juni geerntet; Sommergetreide wird ab März gesät und ab Juli geerntet. Zum Ernten des reifen Korns benutzen Landwirte Mähdrescher. Die Maschinen können in einem Schritt das Getreide als Ganzes abmähen und danach direkt die Körner vom Rest der Pflanze trennen.

Das geerntete Korn wird nun zur Mühle gebracht. Hier wird es zunächst in sieben Schritten gereinigt:

1️⃣ Verunreinigungen und zu kleine Körner werden ausgesiebt.

2️⃣ Luftströme tragen leichte Halmreste und Staub nach oben, sodass sie aussortiert werden können.

3️⃣ Ein Steinausleser entfernt größere Steinchen und Erdklumpen.

4️⃣ Ein Magnet entfernt metallische Gegenstände.

5️⃣ Eine Schälmaschine entfernt die äußersten Schalenschichten.

6️⃣ Kranke und besonders leichte Körner werden aussortiert.

7️⃣ Dunkle Körner wie das giftige Mutterkorn werden aussortiert.

Hat das Getreide einen zu hohen Feuchtigkeitsgehalt, wird es nun getrocknet. Ansonsten kann das Getreide jetzt bis zur Weiterverarbeitung mehrere Jahre lang gelagert werden. Bevor die gereinigten Körner gemahlen werden können, müssen sie so mit Wasserdampf befeuchtet werden, dass sich die Feuchtigkeit optimal verteilen kann.

Nun kann der Mahlvorgang beginnen. Währenddessen durchlaufen die Körner mehrere Walzen. Die erste Walze bricht die Körner auf, sodass die Schale abfällt und der Mehlkörper auseinanderbricht. Das hierbei entstehende Mehl wird direkt zwischengelagert. Grobe Schalenteile werden nun bis zu fünf Mal gemahlen – dieses Mehl wird auch Nachmehl genannt. Je öfter die Schalenteile zerkleinert werden, desto dunkler wird das Mehl.

Anschließend werden die Mehle mit unterschiedlichen Schalenanteilen so zusammengemischt, dass sie den Mehltypen entsprechen, und zum Schluss verpackt. Werden die Körner nicht ganz fein-pudrig gemahlen, entstehen außerdem Grieß oder grober Schrot.


Körner bestehen aus einem Mehlkörper und einem Keimling; beides wird durch eine aus mehreren Schichten bestehende Schale geschützt und zusammengehalten. Am meisten Nährstoffe enthalten der Keimling und die Schale – beides ist in Vollkornprodukten enthalten, weshalb diese auch am nährstoffreichsten sind.
Die Schale vom Korn ist sehr trocken und spröde. Durch das sogenannte Netzen wird sie elastisch und kann beim Mahlen nicht zerbrechen. Zerbrochene Schalenteilen wären zu klein, um ausgesiebt zu werden – die Produktion von hellem Mehl wäre dann unmöglich.

Was sind eigentlich Mehltypen?

Mehltypen spiegeln den Mineralstoffgehalt des Mehls wider: Ein Mehl mit der Typennummer 405 beinhaltet 405 mg Mineralstoffe je 100 g Mehl. Je höher die Typennummer ist, desto höher ist also der Mineralstoffgehalt. Die gängigsten Mehltypen sind bei Weizenmehl 405 und 550, bei Dinkelmehl 630 und 812, bei Roggenmehl 997 und 1150. Niedrige Mehltypen eignen sich besonders gut für feine Backwaren. Mehltypen um 1000 sorgen für einen kräftigeren Geschmack und sind mit ihrer dunkleren Farbe perfekt für Mischbrot geeignet. Sehr hohe Mehltypen über 1500 sind sehr grob und beinhalten auch kleine Kornreste. Vollkornmehl trägt keine Typennummer, da hier das gereinigte Korn im Ganzen gemahlen wird. Die gesunden, nahrhaften Vollkornteige werden sehr schwer und brauchen nicht nur mehr Flüssigkeit, sondern auch mehr Triebmittel als andere Teige.

Was ist eigentlich Gluten?

Was die gängigen Mehle aus Weizen, Dinkel und Roggen vereint, ist der Inhaltsstoff Gluten. Dieses natürlich vorkommende Speicherprotein oder Klebereiweiß bindet Wasser im Mehl. Je länger der Teig geknetet wird, desto stärker wird das Glutennetz. Es sorgt für Elastizität, Luftigkeit und Volumen. Allerdings ist es auch verantwortlich dafür, dass nicht alle Menschen „normales“ Getreide vertragen: Menschen, die an Zöliakie leiden, leiden nach dem Verzehr glutenhaltiger Lebensmittel zum Beispiel an Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Eine gute Alternative für glutenhaltige Lebensmittel sind deshalb Lebensmittel aus sogenanntem Pseudogetreide.

Bei vielen Rezepten kannst Du Weizenmehl 1:1 durch Dinkelmehl mit einer ähnlichen Typenzahl ersetzen. Allerdings lassen sich Dinkelteige schwerer formen und sollten nicht so lang geknetet werden wie Weizenteige. Außerdem kann Dinkel weniger Wasser binden als Weizen; Dinkelgebäck wird deshalb schneller trocken. Ansonsten kannst Du auch zu einer Mehltype greifen, die etwas höher oder niedriger als die im Rezept angegebene Type ist. Gib dann aber am besten etwas mehr bzw. weniger Flüssigkeit dazu. Bei einigen Backwerken kannst Du maximal 20 % des Weizenmehls auch durch Roggen-, Amaranth-, Hafer- oder Vollkornmehl ersetzen. Dann braucht der Teig aber nicht nur mehr Flüssigkeit, sondern auch mehr Backtriebmittel.

Im Trend: Pseudogetreide

Gluten und Weizenmehl haben aktuell nicht den besten Ruf. Stattdessen liegen Amaranth, Buchweizen und Quinoa im Trend – sogenanntes Pseudogetreide. Wie auch Vollkornmehl kommen in Pseudogetreide vor allem komplexe Kohlenhydrate vor, die für ein langes Sättigungsgefühl sorgen. Außerdem liefert Pseudogetreide viel Energie und Eiweiß, ist vielseitig anwendbar, enthält viele Nährstoffe und ist glutenfrei. Botanisch ist Pseudogetreide nicht mit dem „richtigen“ Getreide verwandt, lässt sich aber ähnlich zubereiten. Gemahlen kann man es wie Mehl einsetzen. Durch das fehlende Gluten eignet es sich aber nur für flaches Gebäck wie Eierkuchen, Galette oder Bratlinge. Pseudogetreide kann man aber auch gekocht genießen: Durch seinen nussigen Eigengeschmack schmeckt es köstlich in Pfannengerichten und Gemüsefüllungen, als Salat-Zusatz oder einfach als Beilage. Außerdem kann Pseudogetreide gepufft werden und ist dann ein hervorragender Müsli- oder Joghurt-Zusatz.

Allerdings hat Pseudogetreide im Gegensatz zu „richtigem“ Getreide oft einen langen Weg hinter sich, bis es bei uns landet: Die größten Anbaugebiete sind in Südamerika, Osteuropa und Mittelasien. Da dort nicht immer die gleichen Anbaugesetze wie bei uns gelten, kann das Pseudogetreide eventuell mit schädlichen Stoffen belastet sein. Deshalb sollte es vor dem Kochen immer gründlich gewaschen werden. Außerdem verträgt nicht jeder das schwer verdauliche Pseudogetreide. Um es leichter verdaulich zu machen, lohnt es sich, es vor der Zubereitung einige Stunden lang in der doppelten Menge Wasser einzuweichen.

Getreidefeld

Getreidesorten im Überblick

Weizen, Mais, Reis und Hirse sind die weltweit wichtigsten Getreide. Doch welche Sorten gibt es eigentlich darüber hinaus? Erfahre hier mehr über gängige und seltene, alte und moderne Getreide- und Pseudogetreidesorten.

Getreidesorten im Überblick

Kategorie: Herstellung, Lebensmittel, Rohstoffe

4. Juli 2022 by Elisa Gelmroth

Seit den 90er Jahren existieren mehrere EU-Herkunftssiegel, die allein Lebensmittel tragen dürfen, deren Eigenschaften von den bestimmten geografischen Verhältnissen einer Region abhängen. Diese Region kann ein bestimmter Ort, eine bestimmte Gegend oder auch ein ganzes Land sein. Die Siegel müssen für jedes Produkt einzeln beantragt werden. Unterschieden wird zwischen drei Siegeln, die für unterschiedlich strenge Richtlinien stehen.

Geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)

Lebensmittel, die das Siegel geschützte Ursprungsbezeichnung tragen, werden in der spezifischen Region sowohl erzeugt und verarbeitet als auch zubereitet. Alle Produktionsschritte der Produkte finden also garantiert in dem bezeichneten Gebiet statt. In Deutschland trägt nur etwa ein Viertel der geschützten Lebensmittel dieses Siegel – vor allem Käse und Wein. Berühmte Lebensmittel mit dem Siegel sind zum Beispiel Allgäuer Emmentaler und Parmaschinken.

In Thüringen trägt allein der Altenburger Ziegenkäse das g.U.-Siegel. Das Rezept für den Weichkäse stammt aus dem Jahr 1897. Der Käse darf ausschließlich im Altenburger Land, im Burgenland, im Landkreis Leipzig und in Gera hergestellt werden. Der Altenburger Ziegenkäse schmeckt mild und nach Kümmel; traditionell wird er zusammen mit sauren Gurken oder rote Bete auf einer Scheibe Brot gegessen.

Geschützter Käse aus dem Altenburger Land

Im Grenzgebiet zwischen Thüringen und Sachsen wird seit mehr als 100 Jahren ein ganz besonderer Käse hergestellt: Altenburger Ziegenkäse. Er enthält mindestens 15 % Ziegenmilch und trägt als einziges Thüringer Lebensmittel das Siegel geschützte Ursprungsbezeichnung.

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Geschützte geografische Angabe (g.g.A.)

Bei Lebensmitteln, die das Siegel geschützte geografische Angabe tragen, muss lediglich einer der drei Produktionsschritte – Erzeugung, Verarbeitung, Zubereitung – in der spezifischen Region stattfinden. Etwa 80 Lebensmittel aus Deutschland tragen dieses Siegel – darunter sechs aus Thüringen.

Allen voran trägt natürlich die Thüringer Rostbratwurst das g.g.A.-Siegel. Ursprünglich mussten mindestens 51 % der verwendeten Rohstoffe aus Thüringen stammen, um das Siegel tragen zu dürfen. Mittlerweile zählen für das Siegel aber „nur noch“ die Kunst und Erfahrung der thüringischen Fleischer und die traditionellen Rezepte, die die Thüringer Rostbratwurst so einmalig machen.

Ähnlich wird der Schutz durch das Herkunftssiegel auch bei der Eichsfelder Feldgieker, Greußener Salami und Thüringer Rotwurst begründet. Die seit 1488 bekannte Rohwurst, die traditionsreiche Salami sowie die Königin der Blutwürste gelten – wie auch die Thüringer Rostbratwurst – aufgrund des hervorragenden regionalen Fleischerhandwerks und überlieferter Rezepte als einzigartige, schützenswerte Lebensmittel.

Anspruchsvollere Richtlinien gibt es bei der geschützten Thüringer Leberwurst. Damit sie das Herkunftssiegel tragen kann, müssen mindestens 51 % der Rohstoffe aus Thüringen kommen. Außerdem muss die gesamte Verarbeitung hier stattfinden. Die Thüringer Leberwurst darf nur in Naturdärme, Gläser oder Dosen abgefüllt werden, Kunstdärme sind nicht erlaubt.

Geschützte Thüringer Lebensmittel

Geschützte Thüringer Lebensmittel wie Thüringer Leberwurst, Thüringer Rostbratwurst und Thüringer Rotwurst sind unter anderem bei Die Thüringer, DÜN-Fleisch, EWU Thüringer, Thüringer Landstolz, Fleischerei Zitzmann, FM Aschara, Hagen Feinkost und Wolf erhältlich.

Neben diesen Wurst-Sorten darf noch ein weiteres Lebensmittel das g.g.A.-Siegel tragen: der Elbe-Saale-Hopfen. Dieser wird in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen angebaut und in allen mitteldeutschen Brauereien eingesetzt.

Garantiert traditionelle Spezialität (g.t.S.)

Neben den Siegeln geschützte Ursprungsbezeichnung und geschützte geografische Angabe gibt es noch ein weiteres Gütezeichen: garantiert traditionelle Spezialität. Im Gegensatz zu den anderen beiden Siegeln bezieht sich dieses nicht auf den geografischen Ursprung; das Lebensmittel ist nicht an ein spezielles Gebiet gebunden. Stattdessen hebt das Siegel die traditionelle Zusammensetzung oder das traditionelle Herstellungs- bzw. Verarbeitungsverfahren hervor. Ein berühmtes Beispiel für eine garantiert traditionelle Spezialität ist der Mozzarella. In Deutschland ist das Siegel bisher kaum verbreitet.

Kategorie: Handwerk, Herstellung, Lebensmittel

27. Juni 2022 by Elisa Gelmroth

Overnight Oats sind mehr als nur ein Trend, unter dem man sich auf Anhieb nicht allzu viel vorstellen kann. Die Idee, Haferflocken über Nacht in Flüssigkeit einzuweichen und dann mit leckeren Toppings zu servieren, hatten Schweizer Alm-Hirtinnen schon vor mehreren hundert Jahren. Doch erst, als der Schweizer Arzt und Rohkost-Liebhaber Maximilian Oskar Bircher-Benner während einer Wanderung in den Alpen diese Speise vorgesetzt bekam, war ihre Chance, berühmt zu werden, gekommen. Fortan servierte der Arzt seinen Patienten zum Abendbrot die gesunde Rohkost-Diätspeise – das Bircher-Müsli war geboren. Bis heute gilt es als „Urtyp“ für jegliches Müsli. Selbst das Wort Müsli stammt aus dem Schweizerdeutschen und bedeutet so viel wie kleines Mus. Ein wesentlicher Bestandteil des Bircher-Müslis war (neben Haferflocken, Kondensmilch, Nüssen und Zitronensaft) nämlich ein geriebener Apfel, der von der Konsistenz her manche an Apfelmus erinnerte.


1×1 des Müslis

Bircher-Müsli ist der Urtyp des Müslis. Traditionell besteht es aus in Kondensmilch gequollenen Haferflocken, auf denen Nüsse, Zitronensaft und geriebener Apfel serviert wird.

Unser heutiges Müsli besteht meistens aus Haferflocken, Nüssen, Trockenfrüchten und manchmal auch Maisflakes. Es wird mit kalter Milch gegessen und schmeckt sehr kernig.

Granola besteht aus mit Honig und weiteren Zutaten gebackenen Haferflocken. Diese knusprigen, süßen Haferflockenstücke werden oft auch einfach Knuspermüsli genannt.

Porridge ist der klassische Haferbrei, für den Haferflocken in heißer Milch quellen.

Overnight Oats entsprechen einer Art kalten Variante vom Porridge: Die Haferflocken quellen einige Stunden lang in kalter Milch, damit sie cremig und weich werden.


Egal ob Bircher-Müsli, Overnight Oats oder Porridge (der britische, heiß zubereitete und servierte Bruder der beiden Haferflocken-Speisen): Alle drei Varianten beruhen auf Getreideflocken und Flüssigkeit, die im Verhältnis von 1 zu 2 miteinander vermischt werden und beinhalten heutzutage oft noch Toppings. Erst diese machen das Müsli nämlich wirklich lecker. Neben Klassikern wie frischen Früchten, Nüssen und Trockenobst sind auch Früchte aus dem Glas oder aus der Tiefkühltruhe sowie Gewürze, Süßungsmittel oder Nussmus als Toppings sehr beliebt.

Wir haben aus einem Mix aus klassischem Bircher-Müsli und experimentellen Overnight Oats unser eigenes Bircher-Müsli über Nacht kreiert, das auch im Mittelgebirge und nicht nur in den Alpen schmeckt, dank der langkettigen Kohlenhydrate der Haferflocken viel Energie liefert, lange satt macht und Heißhunger vorbeugt. Beim Kauf der Haferflocken hast Du die Wahl zwischen zarten und kernigen Haferflocken. Zarte Haferflocken werden im Bircher-Müsli besonders cremig, kernige Haferflocken sorgen hingegen für mehr Biss. Welche Sorte Du nimmst, ist demnach ganz Deinem Geschmack überlassen.

Die Zubereitung des Overnight Bircher-Müslis ist denkbar einfach: Am Vorabend weichen wir Haferflocken und Milch ein, geben dann Toppings darüber und lassen alles über Nacht im Kühlschrank ziehen. In einem Schraubglas angerichtet kann man das Müsli sogar problemlos mit zur Arbeit nehmen.

So gesund ist Hafer

Hafer schmeckt leicht nussig, mild und dennoch aromatisch. Die alte Getreidesorte ist erstaunlich wandelbar: Hafer steckt nicht nur in Müsli und Haferbrei, sondern auch in pflanzlicher Milch, Brot und sogar in herzhaften Bratlingen. Und das Beste: Hafer ist die vermutlich gesündeste Getreidesorte von allen, da er nicht nur voller sekundärer Pflanzenstoffe steckt, sondern auch immer das volle Korn verarbeitet wird.

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  • Zubereitung: 10 Min
  • Für 3 Personen
Zutaten für das Grundrezept:
  • 150 g Haferflocken
  • 300 ml Vollmilch von Dittersdorfer Milch
  • ggf. flüssiger Honig, Agavendicksaft oder ein anderes Süßungsmittel
Ideen für die Toppings:
  • moderner Bircher: Apfel, Nüsse, Zimt
  • Knusperkirsche: Kirschen, Granola
  • Pfirsich Melba: Pfirsiche, Himbeersirup

Zubereitung

Verrühre die Zutaten für das Grundrezept miteinander und teile die Haferflocken auf drei Schalen oder Gläser auf. Schneide die Früchte für das gewünschte Topping klein und und gib alle Toppings auf die Haferflocken. Alternativ kannst Du die Toppings auch erst am Morgen frisch über das Müsli geben. Stelle das Müsli mindestens sechs Stunden lang in den Kühlschrank.

Ist das Müsli am Morgen zu flüssig, kannst Du etwas Joghurt dazugeben. Ist es zu fest, rühre einfach ein wenig Milch unter. Das Müsli bleibt im Kühlschrank mehrere Tage lang frisch.

Möchtest Du das Bircher-Müsli vegan zubereiten, greifst Du einfach zu Pflanzenmilch und einem veganen Süßungsmittel wie Ahornsirup oder Agavendicksaft anstatt Honig.

Egal, ob süß oder sauer – regionale Kirschen aus Thüringen gibt es in beiden Varianten, zum Beispiel von HAINICH oder Thüringer Landgarten.

Kategorie: Lebensmittel, Rezept

23. Juni 2022 by Elisa Gelmroth

Warum platzen Süßkirschen bei Regen auf?
Während der Reifung wird der Zuckergehalt in Süßkirschen immer größer. Kurz vor der Reifung ist der Zuckergehalt besonders hoch. Das kann bei Regen dafür sorgen, dass die Kirschen platzen: Das Regenwasser auf der Fruchtoberfläche wird vom Fruchtzucker angezogen, wodurch das Wasser durch die Oberfläche ins Fruchtfleisch gelangt. So vergrößert sich das Volumen der Kirschen und die äußerste Schicht gerät so sehr unter Spannung, dass sie platzen kann.
Einige Bauern schützen ihre Kirschen vor dem Aufplatzen, indem sie riesige Schirme über die Bäume spannen.

Von der Türkei in die weite Welt

Die Kirsche verdankt ihren Namen wohl der türkischen Stadt Kerasos (heute Gireson), da angeblich der römische Feldherr Lucius Lucullus dort auf einem Feldzug im Jahr 74 v. Chr. die Kirschen entdeckte und sie exportierte. Dabei handelte es sich vermutliche um die wilde Vogel-Kirsche, sozusagen die ‚Mutter der Kirschen‘. Heute beruhen auf ihr etwa 500 Süßkirschen- und 250 Sauerkirschen-Sorten.

Während Süßkirschen vor allem für den direkten Verzehr genutzt werden, kocht man Sauerkirschen gern ein oder nutzt sie zum Backen und für Marmeladen, da ihr Säuregehalt im Vergleich zu Süßkirschen doppelt so hoch ist. Allerdings enthalten Sauerkirschen auch besonders viel Trypthoghan – eine Aminosäure, die Bestandteil von Glückshormonen ist – sowie Melatonin: Das Schlafhormon wirkt sich positiv auf Schlafstörungen aus.

„Wenn die Kirschen reif sind, braucht man
den Spatzen keinen Boten zu schicken.“

Kirschprodukte aus Thüringen 💚

Tipps rund um Lagerung & Konservierung

Je nach Sorte können reife Kirschen hellgelb, knallrot oder sogar so dunkelrot aussehen, dass sie fast schwarz wirken. Die Farbe ist bei Kirschen also kein Reifemerkmal. Aber woran erkennt man dann, dass die Kirschen reif sind und so ihr gesamtes Aroma entfalten sowie den höchsten Vitamingehalt haben? Ganz einfach: Am Stiel. Beim Pflücken oder Kaufen sollte der Stiel grün und fest mit der Frucht verankert sein, sich aber gleichzeitig leicht abziehen lassen.

Erst in diesem vollreifen Zustand sollten Kirschen geerntet werden, da sie nach dem Ernten nicht nachreifen. Sauerkirschen reifen übrigens erst später als Süßkirschen; außerdem sind die Früchte kleiner und weicher.

So reifen Obst, Käse & Co.

Am besten schmecken (Süß-) Kirschen direkt vom Baum. Sie können aber auch bis zu drei Tage lang im Kühlschrank gelagert werden, so bleiben sie frisch und knackig. Entstiele und wasche Kirschen am besten erst direkt vor dem Verzehr, um ihr Aroma zu bewahren. Möchtest Du die Kirschen weiterverarbeiten, friere sie am besten ein paar Minuten im Tiefkühler an. So lassen sie sich mit einem Kirschentkerner oder scharfen Messer leichter entsteinen. Alternativ kannst Du die Kirschen auch auf den Hals einer Flasche legen und den Kern von oben mithilfe eines Schaschlik-Spießes herausdrücken.

Warum sollte man früher beim Genuss von Kirschen kein Wasser trinken?
Früher wurde vor der Kombination von Kirschen und Wasser gewarnt, da der gemeinsame Genuss Magen- und Darmbeschwerden zur Folge hatten. Schuld daran waren aber nicht die Kirschen, sondern die schlechte Trinkwasserqualität: Das Wasser war häufig mit Keimen versetzt. Diese sorgten gemeinsam mit den Hefen und Bakterien, die sich auf der Schale von Kirschen befinden, für eine Zuckergärung im Magen, die Bauchschmerzen verursachte.
Heutzutage ist die Trinkwasserqualität hervorragend, weshalb man bedenkenlos ein Glas Wasser zu Kirschen genießen kann. Trotz allem können zu viele Kirschen leicht abführend und entwässernd wirken.
Overnight Oats mit Äpfeln und Nüssen

Bircher-Müsli über Nacht

Die Zubereitung unseres Overnight Bircher-Müslis ist denkbar einfach: Am Vorabend weichen wir Haferflocken und Milch ein, geben dann Toppings wie Kirschen, Zimt oder Himbeersirup darüber und lassen alles über Nacht im Kühlschrank ziehen. In einem Schraubglas angerichtet kann man das Müsli sogar problemlos mit zur Arbeit nehmen.

zum Rezept

Kategorie: Saisonales

20. Juni 2022 by Elisa Gelmroth

Für unser Menü haben wir uns von traditionellen skandinavischen Midsommar-Speisen inspirieren lassen. Die Beilagen – eingelegter schwedischer Hering und finnischer Eiersalat mit Lachs – servieren wir zu dunklen Ballaststoff-Filinchen und jungen, mit der Schale gekochten Kartoffeln. Als Hauptgang lassen wir uns eine warme, schwedische Käse-Quiche schmecken. Den krönenden Abschluss bildet die klassische Erdbeertorte mit viel Sahne. Dazu genießen wir Cidre mit einem Schuss Holunderblütensirup und ein paar Schlückchen Echter Nordhäuser Aquavit zur Verdauung, der übrigens das skandinavische Standardgetränk schlechthin an Midsommar ist. Diese Menge sollte für einen Nachmittag und Abend mit sechs Personen reichen. Erwartest Du mehr Gäste, kannst Du zusätzlich zum Beispiel noch eingelegte rote Zwiebeln, Sauerrahm mit Schnittlauch und gekochte Eier auftischen.

So feiern Skandinavier die längste Nacht des Jahres

Eingelegter schwedischer Hering – Skärgårdssill

Der eingelegte Hering hält sich bis zu eine Woche lang im Kühlschrank und kann so problemlos vorab vorbereitet werden. Er schmeckt köstlich zu Kartoffeln oder dunklen Ballaststoff-Filinchen. Wenn Du mutig bist, kannst Du gern Fischrogen dazu servieren – die Fischeier sorgen für einen leichten Salzgeschmack, der an Tage am Meer erinnert.

Finnischer Eiersalat mit Lachs – Savulohilevite

Lachs und Ei werden in Finnland äußerst gern miteinander kombiniert. Dieser Aufstrich schmeckt nicht so stark nach Fisch wie der eingelegte Hering, sondern erinnert eher an Backfischbrötchen. Dafür sorgt nicht zuletzt der Stremellachs – Lachs, der heiß anstatt kalt geräuchert wurde.

  • Zubereitung: 10 Min
Zutaten für den Hering:
  • 400 g Matjesfilets
  • 150 ml saure Sahne
  • 2 EL Delikatess-Mayonnaise von BORN
  • 2 EL Dill
Zutaten für den Eiersalat:
  • 3 Eier
  • 300 g Stremellachs
  • 250 g Crème fraîche
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 kleine Zitrone
  • 2 EL Dill
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung vom Hering

Schneide die Filets in mundgerechte Stücke, hacke den Dill klein und vermische ihn mit der sauren Sahne und Mayonnaise. Hebe die Filetstücke unter und lasse alles einige Stunden im Kühlschrank durchziehen.

Am besten schmeckt zum Hering die Delikatess-Mayo von BORN.

Zubereitung vom Eiersalat

Koche die Eier etwa acht Minuten lang, bis sie hart sind und schrecke sie danach unter kaltem Wasser ab. Währenddessen kannst Du den Lachs mit einer Gabel grob zerteilen, die rote Zwiebel fein hacken und beides mit Crème fraîche vermengen. Gib den Saft der Zitrone und den kleingehackten Dill dazu. Schäle die abgekühlten Eier, schneide sie in kleine Würfel und hebe sie unter die Masse. Nun brauchst Du nur noch mit Salz und Pfeffer abschmecken und alles einige Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.


Schwedische Käse-Quiche – Västerbottenpaj

Diese Quiche wird traditionell zu Flusskrebsen serviert und mit dem schwedischen Hartkäse Västerbottenost hergestellt, der ihr auch ihren Namen verleiht. Wir ersetzen den schwedischen Käse einfach durch Parmesan. Als gewisses Etwas kannst Du die Quiche mit Schmand, Dill und gegebenenfalls Fischrogen garnieren.

  • Zubereitung: 70 Min
Zutaten für den Teig:
  • 250 g Weizenmehl (Type 550)
  • 150 g Butter
  • 1 Ei
  • 50 ml eiskaltes Wasser
  • Prise Salz
Zutaten für die Füllung:
  • 300 g Parmesan
  • 3 Eier
  • 250 ml Sahne
  • 100 ml Milch
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Verknete Mehl, Butter, das Ei, Wasser und Salz zu einer Teigkugel. Wickle sie in Frischhaltefolie ein und lege sie eine halbe Stunde lang in den Kühlschrank.

In der Zwischenzeit kannst Du den Käse reiben, die Eier mit Sahne und Milch verrühren, den Parmesan unterheben und alles mit Salz und Pfeffer würzen.

Rolle nun den Teig auf einer bemehlten Fläche rund aus und lege ihn in eine Tarteform mit einem Durchmesser von 24 oder 26 cm. Mit einer Gabel kannst Du einige Löcher in den Teig stechen, damit er während des Backens nicht aufgeht. Dann backst Du den Boden zunächst ungefüllt im vorgeheizten Ofen bei 200° (Ober-/Unterhitze) 10 Minuten lang. Anschließend füllst Du die Sahne-Mischung vorsichtig auf den Boden und schiebst die Quicheform auf der untersten Schiene zurück in den Ofen. Lasse die Quiche nun 25 bis 30 Minuten weiterbacken, bis die Füllung gestockt ist.

Draußen schmeckt’s am besten

Endlich ist der Sommer da! An warmen, sonnigen Tagen verbringen wir am liebsten jede freie Sekunde draußen in der Natur 🌞 Da kommt ein Picknick wie gerufen! Beim Genuss zahlreicher Kleinigkeiten kann man den Augenblick zusammen mit lieben Mitmenschen erst recht genießen.

Ideen für’s Sommer-Picknick

Schwedische Erdbeertorte – Jordgubbstårta

Die traditionelle schwedische Erdbeertorte ist ein Muss an Midsommar. Sie vereint zwischen mehreren Biskuitböden frische Erdbeeren mit Sahne und einer köstlichen Vanillecreme. Grundsätzlich ist das Backen dieser Torte kein Hexenwerk, doch der Biskuitteig verlangt konzentrierte Handgriffe: Viele Arbeitsschritte müssen schnell erledigt werden, damit die Luft, die für das Aufgehen und die wundervolle Fluffigkeit sorgt, nicht aus dem Teig entweichen kann. Hast Du noch nicht oft Torten in mehrere Böden geteilt, raten wir Dir, den Biskuitboden bereits am Vortag zu backen. Dann lässt er sich am nächsten Tag besser schneiden. Außerdem raten wir Dir, den Biskuitteig in einer Springform mit einem Durchmesser von 20 cm zu backen. So sieht die Torte noch beeindruckender aus und der Biskuitteig wird höher – so lässt er sich noch leichter in drei Böden teilen. Aber auch in einer normalen 26er Springform gelingt der Biskuitteig hervorragend.

  • Zubereitung: 100 Min
Zutaten für den Boden:
  • 3 Eier
  • 120 g Zucker
  • Prise Salz
  • 90 g Weizenmehl (Type 405)
  • 2 TL Backpulver
Zutaten für die Füllung:
  • 500 ml Schlagsahne
  • 100 ml Milch
  • 1 EL Speisestärke
  • 3 EL Zucker
  • 2 TL Vanille-Paste
  • 200 g Erdbeeren
  • 1 Glas Erdbeer Konfitüre extra von HAINICH
  • Erdbeeren zum Garnieren

Zubereitung

Fette den Boden einer Springform ein. Schlage die Eier zusammen mit dem Zucker mindestens fünf Minuten lang auf, bis die Masse richtig dickflüssig und gleichzeitig schaumig ist und ihr Volumen verdoppelt hat. Dann siebst Du Salz, Mehl und Backpulver über die Eiermasse und hebst alles nach und nach vorsichtig unter. Sei dabei sehr vorsichtig, damit so wenig Luft wie möglich entweicht! Fülle anschließend sofort den Teig in die Springform ein und backe ihn unmittelbar danach 20 Minuten lang im vorgeheizten Ofen bei 180° (Ober-/Unterhitze). Mache die Stäbchenprobe, bevor Du den Biskuitteig aus dem Ofen nimmst. Danach fährst Du sofort mit einem Messer an dem Rand der Form entlang und stürzt den Boden zum Abkühlen auf ein Kuchengitter. Sobald der Kuchen abgekühlt ist, schneidest Du ihn in drei Tortenplatten.

Für die Vanillecreme vermischst Du 100 ml Sahne mit 100 ml Milch, 1 EL Speisestärke und 2 EL Zucker in einem Topf. Erhitze die Creme langsam und rühre mit einem Schneebesen regelmäßig um, bis die Creme dickflüssig ist. Dann kannst Du 1 TL Vanille-Paste gründlich einrühren und die Creme abkühlen lassen.

Schlage für die Füllung 400 ml Sahne steif. Zum Schluss gibst Du 1 EL Zucker und 1 TL Vanille-Paste hinzu. Nimm ein Drittel der Sahne ab und hebe sie vorsichtig unter die Vanillecreme. Schneide 100 g Erdbeeren in kleine Stücke und hebe sie ebenfalls unter die Vanillecreme.

Nun geht es ans Schichten der Torte. Zunächst bestreichst Du zwei der Tortenplatten mit Erdbeermarmelade. Auf die unterste Platte kommt außerdem die Vanille-Sahne-Mischung. Lege die zweite Tortenplatte vorsichtig darauf und bestreiche sie mit etwa zwei Dritteln der Sahne. Schneide 100 g Erdbeeren in Scheiben und lege sie vorsichtig so auf die Sahne, dass die gesamte Füllung bedeckt ist. Nun setzt Du die letzte Tortenplatte auf die Sahne. Streiche zunächst die überstehende Füllung am Rand der Torte glatt. Nun kannst Du die oberste Tortenplatte mit der restlichen Sahne bestreichen. Jetzt braucht die Torte nur noch einige Stunden im Kühlschrank durchziehen, bevor Du sie servieren kannst. Vor dem Servieren stellst Du die restlichen entkronten Erdbeeren mit der Spitze nach oben auf die Torte.

Smaklig måltid!

Für die Erdbeertorte nehmen wir am liebsten
die Erdbeerkonfitüre von HAINICH.

Die Rezepte sind inspiriert von MAHTAVA.

Kategorie: Backen, Kochen, Mittsommer, Rezept

16. Juni 2022 by Elisa Gelmroth

Die Ursprünge von Midsommar

Am 21. Juni ist der längste Tag des Jahres: die Sommersonnenwende. Seit Jahrhunderten wird dieser Tag voller Sommer, Sonne, Licht und Wärme in Europa gefeiert. Während er in Deutschland vor allem als Johannistag – dem Geburtstag von Johannes dem Täufer – bekannt ist, an dem in der Nacht traditionell große Feuer angezündet wurden, um böse Dämonen zu verscheuchen und Unwetter abzuwenden, feiert man in Skandinavien, aber auch in einigen baltischen und osteuropäischen Ländern Midsommar bzw. Mittsommer.

In Skandinavien ist es wegen der Nähe zum Nordpol im Winter deutlich länger dunkel und im Sommer deutlich länger hell als in unseren Breitengraden. Dementsprechend verwundert es kaum, dass Midsommar dort als zweitwichtigstes Fest nach Weihnachten gilt. Mittsommer wird immer in der Woche zwischen dem 19. und 26. Juni gefeiert – unabhängig vom tatsächlich längsten Tag des Jahres fällt der Feiertag immer auf den Samstag innerhalb dieser Woche. So wird dieses Jahr am 25. Juni Midsommar gefeiert.

Ein Fest in Landesfarben

Ursprünglich kommt das traditionelle Midsommar-Fest aus Schweden. Dort sind bis heute die Städte an Midsommar so gut wie ausgestorben – jeder, der die Möglichkeit dazu hat, verbringt das Wochenende bei Freunden oder Familienangehörigen auf dem Land.
Blau, gelb und weiß bestimmen das Fest sowohl bei der Dekoration als auch der Kleidung: Männer tragen vor allem blaue oder weiße Hemden, während Frauen weiße oder Blumenkleider tragen.

Das Midsommar-Fest lässt sich in sieben Wörtern zusammenfassen:
Tänze, majstång, Trinklieder, Blumen, Fisch, Schnaps, Erdbeeren.

Tänze auf einer Wiese rund um den Mittsommerbaum (auf Schwedisch midsommarstång oder majstång) gehören zu Midsommar einfach dazu. Der Mittsommerbaum wird seit dem späten Mittelalter aufgestellt und besteht aus einem Holzkreuz, das mit zwei großen Kränzen, Blumen, Laub und blauen, gelben sowie weißen Bändern geschmückt wird.

Trinkfeste und blumige Bräuche

Ein mindestens genauso wichtiges schwedisches Kulturgut sind Trinklieder. Früher wurde stets auf die Götter angestoßen, heute leistet es wohl eher einen Beitrag zum ausgelassenen Feiern, bei dem man das eigene Erwachsenensein ruhig für ein Wochenende vergessen und sich bei zahlreichen verschiedenen Spielen wie dem klassischen femkamp oder kubb austoben kann.

Am Abend von Midsommar brennen in ganz Schweden große Midsommar-Feuer. Sie gelten als Versprechen an die Sonne, sie auch in den kommenden Monaten nicht zu vergessen. Die folgende Mittsommernacht gilt als eine Zeit voller Magie und Mysterien. So werden in den wenigen dunklen Stunden Pflanzen magische Kräfte zugeschrieben. Das dürfte auch erklären, warum Blumen an Midsommar so eine wichtige Rolle spielen: Viele Frauen tragen während des Festes einen Blumenkranz im Haar – ein altes Symbol für Wiedergeburt und Fruchtbarkeit. Außerdem gibt es bis heute den Brauch, als junges, lediges Mädchen am Ende des Festes schweigend sieben verschiedene Wildblumen von sieben verschiedenen Wiesen zu pflücken und sie in der Nacht unter ihr Kopfkissen zu legen. Im Traum soll einem dann der zukünftige Ehemann erscheinen.

Blumenwiese

Schmausen zwischen Frühkartoffeln, Fisch und Erdbeeren

In Schweden wird an Weihnachten, Ostern und eben auch Midsommar ein Buffet bestehend aus verschiedenen kalten und warmen, saisonalen und regionalen Speisen aufgetischt, die alle ein wundervolles skandinavisches Flair haben: junge Kartoffeln, eingelegter Hering, Dill-Sahne-Soße, Knäckebrot, Käse, rote Zwiebeln, Sauerrahm, Schnittlauch, Eier, Aquavit, Holunderblütensirup, Erdbeertorten bzw. Erdbeeren mit Sahne sind nur einige Beispiele für Köstlichkeiten, die an Midsommar gegessen und getrunken werden.

Unser Midsommar-Menü

Wir finden das Mittsommerfest mit all seinen Bräuchen, Traditionen und Eigenarten ganz wunderbar, möchten uns – abgesehen von ein paar Blumen und vielleicht einem Lagerfeuer – aber natürlich vor allem auf die köstlichen Gerichte konzentrieren und haben ausprobiert, inwiefern sich unsere Thüringer Küche mit den schwedischen Midsommar-Speisen verknüpfen lässt. Entstanden ist unser einzigartiges Thüringer Midsommar-Menü. Smaklig måltid!

zum Midsommar-Menü

Kategorie: Mittsommer, Tradition

14. Juni 2022 by Elisa Gelmroth

  • Zubereitung: 20 Min
Zutaten für den Sirup:
  • 1 l Wasser
  • 1 kg Zucker
  • 10 bis 15 Holunderblütendolden
  • 50 g Zitronensäure oder Saft von 2 Zitronen

Zubereitung

Zuerst gibst Du Wasser und Zucker zusammen in einen großen Topf und erwärmst die Flüssigkeit vorsichtig, bis der Zucker vollkommen aufgelöst ist. Leg die vorsichtig abgeklopften, kompletten Holunderblütendolden nun mit in den Zuckersirup. Decke den Topf mit einem Deckel ab und lasse alles einen Tag lang ziehen.

24 Stunden später siebst Du die Blüten vorsichtig und gründlich ab. Rühre die Zitronensäure in den Sirup ein und koche den Sirup wenige Minuten lang auf. Fülle die klare Flüssigkeit in saubere, ausgekochte Flaschen ab und lasse sie abkühlen.

Der Sirup schmeckt pur zu Desserts und Kuchen, mit Wasser verdünnt oder zum Beispiel auch als Hugo mit Prosecco, Mineralwasser, Minze und Limettenspalten.

Das hat jetzt Saison: Holunder

Kategorie: Rezept, Saisonales, Trinken

13. Juni 2022 by Elisa Gelmroth

Der heilige Hollerstrauch

Einst stand vor so gut wie jedem Haus ein Holunderstrauch. Er beschützte die Bewohner angeblich vor bösen Geistern und Blitzeinschlägen. Das Fällen von Holundersträuchern war verpönt und man zog sogar den Hut, wenn man an einem Holunderbaum vorbeikam – germanischen Legenden nach lebte nämlich die Göttin Holla zwischen den Zweigen. Ab und zu schüttelte sie die Zweige, sodass die Blüten wie Schnee im Frühling herabfielen. Später entwickelten übrigens die Gebrüder Grimm aus den Erzählungen über Göttin Holla das Märchen rund um Frau Holle.

So verarbeitest Du die …

Holunderblüten

Sobald der Morgentau verdampft ist, kannst Du Dich während einer Trockenperiode bei Sonnenschein auf die Suche nach Holunderblüten machen. Die genaue Blütezeit schwankt von Ort zu Ort erheblich und ist abhängig von der Witterung, der Sonneneinstrahlung und dem Standort. Pflücke die Blüten am besten nur an Orten mit geringer Abgasbelastung, schneide sie mit einem Messer vom Ast ab und sammle sie in einem Korb – in einer Plastiktüte verderben die filigranen Dolden sehr schnell.

Bevor Du die hübschen Blüten Zuhause weiterverarbeitest, raten wir Dir, sie vorsichtig zu schütteln oder auszuklopfen. So kannst Du sie von Insekten befreien, ohne dass der Blütenstaub verloren geht. Da der Blütenstaub als Geschmacksträger wirkt, darfst Du die Blüten auf keinen Fall waschen!

Holunderblüten kannst Du bedenkenlos roh essen, zum Beispiel als Dekoration im Salat, Eis oder auf Kuchen. Ganz klassisch wird aus ihnen aber vor allem Sirup und Gelee gemacht. Gerade in Süddeutschland sind auch Hollerküchle – in Eierkuchenteig ausgebackene Holunderblüten – sehr beliebt. Alternativ kannst Du Holunderblüten ganz einfach für Tee trocknen: Holunderblütentee wirkt schleimlösend und entzündungshemmend und hilft so gut bei Erkältungen.

So einfach kochst Du klassischen Holunderblütensirup
Holunderblüten

Holunderbeeren

Im September werden die Holunderbeeren reif. Die dunklen, stark färbenden Früchte sind im rohen Zustand giftig, da sie den giftigen Stoff Sambunigrin enthalten. Dieser wird beim Kochen aber zerstört, sodass Saft und Marmelade aus Holunderbeeren bedenkenlos genossen werden können. Der herb-säuerliche Holunderbeersaft stärkt das Immunsystem und wirkt schweißtreibend sowie fiebersenkend. Am besten trägst Du während der Verarbeitung Handschuhe, um Dich vor den Verfärbungen zu schützen, und benutzt eine Gabel, um die Beeren von den Dolden abzustreifen.

Kategorie: Saisonales

3. Juni 2022 by Elisa Gelmroth

  • Zubereitung: 15 Min
  • Für 4 Personen
Zutaten
  • 500 g Nudeln
  • 1 Glas Tomate-Ricotta-Basilikum-Aufstrich von Nabio
  • 2 Kugeln Mozzarella
  • 100 g Parmesan
  • Basilikum-Blätter

 

 

Die fruchtigen Tomaten und der cremige Ricotta im Aufstrich von Nabio versetzen uns sofort in köstliche Pasta-Träume.

Zubereitung

Koche die Nudeln nach der Packungsanleitung in Salzwasser. In der Zwischenzeit kannst Du den Parmesan grob reiben. Zerrupfe den Mozzarella und Basilikum leicht.

Gieße die fertig gekochten Nudeln ab und rühre den Tomate-Ricotta-Basilikum-Aufstrich unter. Verteile die Nudeln auf vier Tellern und richte sie mit Parmesan, Mozzarella und Basilikum an.

Buon appetito!

Das hat jetzt Saison: Holunder

Kategorie: Kochen, Rezept

1. Juni 2022 by Elisa Gelmroth

Von südamerikanischem Gold zu europäischem Rot

Ursprünglich kommt die Tomate aus Mittel- und Südamerika. Dort wurde sie schon vor über 2.000 Jahren von den Maya kultiviert. Allerdings waren diese Urtomaten nicht größer als Johannisbeeren. Auch die späteren Tomaten, die Christoph Kolumbus mit nach Europa brachte, waren noch kleiner als unsere heutigen Tomaten und hatten noch dazu eine gelbe Schale. Gerade in Südeuropa wurde die Tomate in relativ großen Mengen angebaut und erreichte schnell einen Kultstatus. Nicht umsonst trägt die Tomate auf Italienisch den Namen pomodoro – auf Deutsch Goldapfel. Wer jedoch denkt, dass die meisten Tomaten in Italien angebaut werden, liegt falsch: Heute wächst ein Drittel der weltweit angebauten Tomaten in China.


1876 produzierte John Henry Heinz die ersten Ketchup-Flaschen – noch bevor vier Jahre später in Neapel das erste Rezept für eine Pizza entwickelt wurde. Heute genießen wir zur Original Thüringer Rostbratwurst natürlich nur BORN-Ketchup.


Giftige Tomaten?

Während die Südeuropäer die Tomate schnell lieb gewannen, galt sie in Mittel- und Nordeuropa lange Zeit als giftig. Die Tomate sah nämlich nicht nur der giftigen Tollkirsche ähnlich, sondern auch dem Apfel, den Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis kosteten und der schließlich der Auslöser dafür war, dass beide aus dem Paradies geworfen wurden. Bis heute heißt die Tomate deshalb in Österreich Paradiesapfel bzw. Paradeiser.

Darüber hinaus sprach noch eine weitere Gegebenheit dafür, dass die Tomate giftig sei: Es gab nämlich immer wieder Todesfälle, nachdem Aristokraten Tomaten genossen hatten. Schuld daran war jedoch das Geschirr, das damals aus bleihaltigem Hartzinn bestand. Kam das Blei in Kontakt mit säurehaltigen Lebensmitteln, ging es in das Lebensmittel über und löste beim Genießenden eine tödliche Bleivergiftung aus.

Die weltweit beliebteste Sorte ist die Salattomate: Sie macht 70 % aller angebauten Tomaten aus. Neben der Salattomate gibt es auch bis zu 1 Kilo schwere Fleischtomaten, kleine und süße Cocktailtomaten und Paprikatomaten, die einer Paprika ähnlich sehen und perfekt zum Füllen geeignet sind.

Aromen für die kalten Tage

Ein alter Gärtnergrundsatz besagt, dass keine Tomate so gut schmeckt wie die aus dem eigenen Garten. Desto besser ist es, dass wir die köstlich-fruchtigen, süß-sauren Aromen auf verschiedene Arten ganz einfach für das ganze Jahr konservieren können!

Tomaten haltbar machen

Tomaten lieben Sonne

Tomaten sind kleine Reifekünstler: Pflückt man unreife Tomaten, kann man sie in Zeitungspapier gewickelt bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Geschmacklich sind sie mit reif gepflückten Tomaten aber nicht zu vergleichen, denn je mehr Sonne Tomaten beim Wachsen bekommen, desto intensiver schmecken sie. Deshalb sollten Tomaten auch nur saisonal gekauft werden: Tomaten, die in der kalten Jahreszeit im Gewächshaus wachsen, schmecken oft sehr wässrig und riechen auch nach nichts, während reife Tomaten aromatisch duften.

100 Gramm Tomaten enthalten 40 % von unserem Tagesbedarf an Vitamin C und nur 3,5 Gramm Kohlenhydrate. Außerdem reichen zwei Tomaten aus, um unseren Tagesbedarf an Körperzellen schützendem Lycopin aufzunehmen.

Nach dem Kauf kannst Du Tomaten mindestens eine Woche lagern – am besten bei 12 bis 18 Grad, aber niemals im Kühlschrank oder in der Nähe von ethylenempfindlichem Obst oder Gemüse. Am längsten halten sich Strauchtomaten, da diese über den Stiel weiterhin mit Nährstoffen versorgt werden. Deshalb sollte der Stiel während der Lagerung nicht entfernt werden. Achte außerdem darauf, Tomaten zu verbrauchen, bevor sie sehr weich sind: Dann sind die Tomaten überreif und haben bereits wieder an Geschmack verloren. Sind Tomaten vor dem Verzehr aber noch grün, sind sie noch unreif und sollten wegen ihres hohen Solanin-Gehalts nicht gegessen werden. Eine Ausnahme sind natürlich Sorten, die auch in ihrer Vollreife eine grüne Farbe haben 😉


Unsere Rezepte mit Tomaten

Cremige Pasta mit Tomate-Ricotta-Basilikum-Aufstrich von Nabio
© Ilaria Di Emidiio für Nabio
Cremige Pasta
Verschieden belegte Butterbrote
Luxuriöse Brotkreationen
Eine Schale mit Chutney neben Löffeln mit Gewürzen
Chutney
Kohlrouladen in einer Auflaufform
Kohlrouladen

Kategorie: Saisonales

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